Für mehr Offenheit Krebsinformationstag im Osnabrücker Schloss

Von Kai von Häfen

Am 20.September findet im Osnabrücker Schloss der 14. Niedersächsische Krebsinformationstag statt. Foto: Arne KöhlerAm 20.September findet im Osnabrücker Schloss der 14. Niedersächsische Krebsinformationstag statt. Foto: Arne Köhler

Osnabrück. Das Thema Krebs ist für viele Menschen noch immer ein Tabu, dabei ist fast jeder schon einmal mit der Krankheit in Berührung gekommen. Für mehr Offenheit wollen die Organisatoren des Niedersächsischen Krebsinformationstages sorgen, der am Samstag, 20. September, zwischen 10 und 17 Uhr im Osnabrücker Schloss stattfindet.

Hintergrund: Allein in Niedersachsen erkranken in jedem Jahr mehr als 48000 Menschen, über 22000 Patienten sterben an der Erkrankung. „Krebs wird häufig erst zum Thema, wenn man selbst betroffen ist oder es eine Erkrankung in der Familie gibt, und dann ist es natürlich zunächst ein Schock“, sagt Veranstalter Christoph Hambrügge. Die Veranstaltung richtet sich deswegen neben direkt Betroffenen auch an Angehörige. Außerdem geht es nicht nur um medizinische Fakten – neben Vorträgen zu neuen Behandlungen gibt es auch Informationen über das Leben mit der Diagnose Krebs.

„Wichtig ist, dass alle ohne Fragen wieder nach Hause gehen“, sagt Hambrügge. Deswegen sollen die Vorträge für Laien verständlich sein. Oft sei die Verständigung zwischen Arzt und Patient ein Problem, gerade bei schweren Erkrankungen, sagt Wolfgang Wagner vom Tumorzentrum West-Niedersachsen. „Oft ist die Sprache der Ärzte nicht die Sprache der Patienten – und Erstere tun sich schwer, alles verständlich rüberzubringen. Ich sehe das jeden Tag in den Visiten, die Ärzte nehmen sich Zeit, alles gründlich zu erklären, und die Patienten verstehen trotzdem nur die Hälfte.“ Neben einer für Nichtmediziner verständlichen Sprache wird daher für Fragen und Gespräche viel Zeit eingeplant.

Daneben gibt es Informationen zu Fortschritten in der Krebsmedizin, so beginnt der Tag mit einem Vortrag über neue, maßgeschneiderte Therapien von Jens Atzpodien vom Zentrum für Onkologie und Hämatologie am Franziskus-Hospital Harderberg: „Die Frage ist, wie wir die beste Therapie für den Einzelnen zusammenstellen können. Dabei helfen uns neue medizinische Erkenntnisse, eine individuelle Therapie zu entwickeln.“ Anschließend gibt es Vorträge und Gespräche zu häufigen Tumorerkrankungen wie Brustkrebs, Prostatakrebs, Lungenkrebs, Darmkrebs, Leukämie, Unterleibskrebs, Schilddrüsenkrebs, Kopf-Hals- und Hirntumoren.

Neben den akuten Therapien steht auch das Leben mit der Krankheit im Fokus, wobei psychische und soziale Faktoren behandelt werden. So geht es beim Vortrag zum Thema Krankheitsbewältigung darum, sich Ängsten zu stellen und Strategien zu finden, mit der Krankheit zu leben. Denn obwohl mehr Menschen an Krebs erkranken, sterben immer weniger daran. „Krebs ist für viele nicht mehr tödlich, sondern eine chronische Erkrankung geworden, mit der sie und ihr Umfeld lernen müssen zu leben“, sagt Atzpodien.

„Die Früherkennung bleibt ein Thema, noch immer geht nur jede zweite Frau und nur jeder fünfte Mann zur Fürsorgeuntersuchung“, sagt Carsten Pfeil von der Niedersächsischen Krebsgesellschaft, „dabei gilt nach wie vor bei allen Arten von Krebs: Je früher er erkannt wird, desto besser die Heilungschancen.“

Informationen im Internet unter www.krebsinformationstag.de