Herausforderung Einkaufscenter Osnabrücker Kaufleute wollen die Marke Krahnstraße stärken

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Der neue Vorstand der Werbegemeinschaft Krahnstraße (von links): Christoph Schmiechen, Birthe Erhardt und Franz-Josef Westerholt. Foto: Jörn MartensDer neue Vorstand der Werbegemeinschaft Krahnstraße (von links): Christoph Schmiechen, Birthe Erhardt und Franz-Josef Westerholt. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Die Werbegemeinschaft Krahnstraße nimmt den Bau des Einkaufszentrums am anderen Ende der Innenstadt als Herausforderung an. „Die Entscheidung ist gefallen, der Blick geht jetzt nach vorne“, sagte das neue Vorstandsmitglied Birthe Erhardt während der jüngsten Versammlung.

Das Treffen im Café Läer könnte eine Zäsur für die Werbegemeinschaft bedeuten. Es hängt davon ab, was aus den Vorschlägen und Anregungen wird, die die etwa zwei Dutzend Kaufleute ihrem Führungstrio Franz-Josef Westerholt, Christoph Schmiechen und Birthe Erhardt mit auf den Weg gegeben haben. Die Kaufmannschaft an Osnabrücks „heimlicher Hauptstraße“ will die Krahnstraße als Marke etablieren und dem Viertel ein besser erkennbares Profil geben – auch als Gegenentwurf zu einem standardisierten Einkaufscenter und zum Eikauf im Internet.

Wie kann dieses Profil aussehen? Diese Frage stellte Unternehmensberater Jochen Paulsmeyer, der in seiner Bestandsaufnahme den Kaufleuten der Krahnstraße einen Spiegel vorhielt, aber keine Antworten liefern wollte. Die Krahnstraße versah er mit diesen Schlagworten: „Inhabergeführt, Einzigartigkeit, Abwechslung, kundenorientiert, kulturelles Umfeld, Begeisterung, Seriosität, Kulanz, Überraschung“. Damit könnte die Kaufmannschaft bei jenen Kunden noch stärker punkten, die aufgrund ihrer Kaufkraft, ihres Bildungsstandes „und ihrer Erwartung an einen Erlebniseinkauf hohe Ansprüche stellen“. Im Verbund mit Gastronomie und Kunsthandwerk böte das historische Viertel „viel kreatives Potenzial“, sagte Paulsmeyer. Dieses Potenzial zu heben ist ein langer Prozess – darüber waren sich die Kaufleute einig. In einem ersten Schritt sollten in einer professionellen Kundenbefragung Daten über das Einkaufsverhalten und das Image der Krahnstraße gesammelt werden, schlug Hilde Middelberg vor.

Ganz konkret und schnell ließe sich aber auch einiges verbessern, sagte Sigrid Teichert, etwa durch Sitzgelegenheiten und Blumen. Sie regte an, dass die Werbegemeinschaft mit der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT) Gespräche aufnehme. Das Ziel: ein gestalterisches und inhaltliches Gesamtkonzept für die Krahnstraße. Bei der Stadt wollen die Kaufleute erreichen, dass mehr Außengastronomie zugelassen wird, vor allem auf dem Platz des Westfälischen Friedens hinter der Stadtbibliothek.

Ein Zeichen des Aufbruchs setzten Karl-Heinz Trippe, der mit seinem Jeansladen vom Neumarkt an die Krahnstraße umgezogen ist, und Birthe Erhardt. Die Umsätze seien in den vergangenen Monaten gestiegen, sagte die Inhaberin des gleichnamigen Fotoladens. Die Krahnstraße müsse das Image abwerfen, dass hier „nur geheult“ wird, weil am Neumarkt ein Center entstehe. Jeans-Händler Trippe sagte, er habe den Umzug nicht einen Augenblick bereut. „Der Standort Krahnstraße ist klasse, wir müssen es nur besser herausstellen.“


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