Auf den Spuren der Weltmeister Osnabrücker Nachwuchskicker in der Fußballschule des BVB

Von Thomas Wübker


Osnabrück/Dortmund. Einen echten Knaller im Ferienpass-Programm gab es am Montag: 16 Kinder reisten nach Dortmund, wo sie ein Training der BVB-Fußballschule absolvierten. Anschließend besichtigen sie das Stadion der Borussia, in dem am Tag zuvor noch das Länderspiel Deutschland gegen Schottland stattgefunden hatte.

In den Trikots ihrer Lieblingsvereine waren die Kinder zum Trainingsgelände nach Dortmund gekommen. Die Farben schwarz-gelb dominierten. Es gab aber auch das schwarz-gelbe Emblem des SV Hellern, das lila-weiß des VfL Osnabrück und das Rot der Bayern zu sehen. Nur das Königsblau der Schalker fehlte.

„Wir wollen die Spieler sehen“, wünschten sich die meisten Kinder. Marco Reus, Henrikh Mkhitaryan und Roman Weidenfeller waren die Lieblinge der jungen Kicker. „Wie ist es wohl, ein Fußballer zu sein?“, fragte sich Lisa (15). „Wie sieht wohl der Alltag eines Profis aus?“, wollte Lucas (10) wissen. „Die haben jeden Tag viele Termine bei der Presse, bei wohltätigen Veranstaltungen und bei Autogrammstunden“, sagte Bärbel Huber. Sie ist die Ehefrau von Lothar Huber, der in den Siebzigerjahren als eisenharter Verteidiger bei Borussia Dortmund spielte. Die sympathische Frau hatte das Training noch gar nicht erwähnt. „Freizeit haben die Spieler kaum“, meinte sie.

Das Training der Ferienpass-Kinder war schon nach eineinhalb Stunden vorbei. Es wurde von Patrick Kulinski geleitet, der in der Dortmunder Fußballschule arbeitet und später auch die Stadionführung übernahm. Das, was er den Kindern gezeigt hat, kannte Maximilian (10) auch von seinem Training in der D-Jugend beim VfR Voxtrup. Beinahe hätte er die Fahrt nach Dortmund nicht mitmachen können. Maximilian hatte nur einen Platz auf der Warteliste ergattert. Am Montagmorgen sagte aber eine Teilnehmerin ab. Als Nadja Bente vom Haus der Jugend ihn anrief und ihm sagte, dass er jetzt doch dabei ist, habe er sich „so richtig gefreut“, sagte Maximilian.

Nach dem Training gingen die 16 Kinder durch den Eingang ins Stadion, wo sonst auch die Dortmunder Spieler reingehen. Ihr Weg führte über die Mixed-Zone, wo sonst Interviews mit Spielern und Trainern geführt werden, in die Umkleidekabine des BVB. Dort, wo Jürgen Klopp sonst seine Jungs heiß macht und wo am Sonntagabend Jogi Löw die Nationalspieler auf das Spiel gegen Schottland einstimmte, saßen nun die Osnabrücker Kinder. Wer aber Glamour erwartet hatte, wurde enttäuscht. Alles war sehr spartanisch, so wie es auch in der Kabine vom VfR Voxtrup aussehen könnte. Patrick Kulinksi sagte den Kindern: „Wir verzichten in Absprache mit Jürgen Klopp bewusst auf alles, was vom Fußball ablenkt. Hier geht es nur um Fußball, nicht um goldene Wasserhähne.“

Schließlich kam der große Moment. Die Kinder gingen durch den gleichen Tunnel, wo schon Weltstars wie Ronaldo, Bastian Schweinsteiger, Franck Ribery oder die BVB-Spieler Marco Reus, Mats Hummels oder Nuri Sahin zu ihrem Arbeitsplatz gelangen. Sonst ist dieser enge Tunnel in schwarz-gelb gehalten. Am Montag hingen aber noch Bilder von Fritz Walter, Franz Beckenbauer und Philip Lahm an den Wänden, die in den Momenten fotografiert wurden, als sie den WM-Pokal in den Händen hielten. Sie waren die Kapitäne der Weltmeister-Mannschaften von 1954, 1974, 1990 und 2014. „Und jetzt müsst ihr euch vorstellen, dass da draußen 80000 Menschen Lärm machen“, sagte Patrick Kulinski und schickte die Kinder ins gigantische Stadion. Da war es zwar auch laut, aber das kam nicht von den Fans, sondern von den Maschinen, die die Ränge nach dem Länderspiel von dem Müll säuberten.

Die Fußballschule des BVB kann von Vereinen oder für Kindergeburtstage gebucht werden. Mehr Infos unter www.bvb.de/Der-BVB/Fussballschule/News .