Ausstellung über Wohnungslose Ausweg Straße: Vier Schicksale von 20000

Über Wohnungslosigkeit informiert die Ausstellung in St. Katharinen. Das Foto zeigt von links: Thomas Kater, Thomas Osterfeld, Beate Nakamura und Lisa Neumann. Foto: Egmont SeilerÜber Wohnungslosigkeit informiert die Ausstellung in St. Katharinen. Das Foto zeigt von links: Thomas Kater, Thomas Osterfeld, Beate Nakamura und Lisa Neumann. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Mit seinem Bart und dem breitkrempigen Hut wirkt Andreas auf den Fotos wie ein „klassischer“ Berber. Gut 20 Jahre lebte der Country-Fan auf der Straße, zeitweise mit Zelt im Gepäck und in Begleitung von Hund Basti.

Der temperamentvolle Stephan landete nach diversen Problemen auf der Straße, bis er im Laurentiushaus ein Zuhause fand. Werner wiederum war nach dem Tod seiner Lebensgefährtin ein Jahr durch Deutschland gezogen und verkaufte in Osnabrück die Straßenzeitung „Abseits!?“. Und „Stefanie“ (Name geändert) arbeitete in der Kleiderkammer der Tageswohnung (TAWO) und lebt mittlerweile wieder in einer eigenen Wohnung.

Diese Porträts von vier sehr unterschiedlichen Menschen stehen im Zentrum der Wanderausstellung „Ausweg Straße!? – Eine Ausstellung über Wohnungslosigkeit“, die bis zum 18. September in der Katharinenkirche zu sehen ist: Schicksale, die stellvertretend sind für die schätzungsweise 20000 Menschen, die in Deutschland auf der Straße leben. Konzipiert von ehren- und hauptamtlichen „Abseits!?“-Mitarbeitern (Trägerschaft: Soziale Dienste SKM gGmbH), dreht sich auf 20 Bildertafeln mit Schwarz-Weiß-Fotos von Thomas Osterfeld und Texten der „Abseits!?“-Mitarbeiter Beate Nakamura, Maria Anna Leenen und Thomas Kater alles um das Thema Wohnungslosigkeit.

Hintergrundinformationen, Hilfsangebote oder aktuelle Daten ergänzen die Porträts und Berichte und zeigen eine sich wandelnde Wohnungslosen-Szene auf, in der zunehmend Jugendliche, Frauen oder psychisch kranke Menschen auf der Straße leben. Die Ausstellung, die von Diakonin Lisa Neumann eröffnet wurde, bietet Gelegenheit, Vorurteile und die eigene Haltung zu überdenken. „Bleiben Sie offen für Ihren Mitmenschen auf der Straße“, ermunterte Beate Nakamura die Betrachter.

In St. Katharinen ist die Ausstellung bis zum 18. September zu sehen. Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 10.30 bis 16.30 Uhr; Sa. 11.00 bis 12.30 Uhr; So. 14.30 bis 16.30 Uhr sowie vor und nach den Gottesdiensten. Eine Begleitveranstaltung findet am 17. September von 15 bis 17 Uhr statt im Steinwerk St. Katharinen. Schulen, Institutionen und andere Interessierte an der Wanderausstellung oder am Begleitbuch können sich melden bei Thomas Kater, Tel. 0541/33033-25/-13 oder www.abseits-online.de.


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