Konzert mit dem Ensemble Prisma Musik von Mozart und Lortzing

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Bestens intoniert: das Ensemble Prisma beim Konzert in der Aula der Hochschule. Foto: Hermann PentermannBestens intoniert: das Ensemble Prisma beim Konzert in der Aula der Hochschule. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Das Ensemble Prisma spielt in Osnabrück Werke für Blasinstrumente von Wolfgang Amadeus Mozart und Albert Lortzing, der Schauspieler Jörg Schade liest dazu aus Briefen Lortzings.

Das Ensemble Prisma : ein Bläserensemble mit je zwei Oboen, Klarinetten, Hörnern und Fagotten, die klassische sogenannte „Harmoniemusik also. Und in diesem Fall bestens ausgewogen, bestens intoniert, glasklare Artikulation, genauestens koordinierte dynamische Verläufe, Virtuosität und Leichtigkeit, dazu immer das angemessene Tempo. Kleine Macken stören da kaum, meist ist es ein Instrument, das nicht gleich anspricht oder eine kleine Panne im Zusammenspiel hier und dort.

Das Ensemble besteht aus den Dozenten des Kammermusikkurses für Bläser, der am Wochenende am Institut für Musik stattfand, und die wollten mit dem Konzert zeigen, so Bernhard Wesenick zu Beginn, dass sie selbst auch spielen können. Ziel eindeutig erreicht, aber: Das Ensemble Prisma beginnt mit einem der großen Klassiker für seine Besetzung, mit Mozarts Serenade Es-Dur KV 375 nämlich. Und obwohl die durchaus mit Schwung interpretiert wird, fehlt doch die Attacke. Dynamisch spielt das ganze Ensemble fast durchweg sehr zurückgenommen. Das wirkt anfangs sehr angenehm, sehr sanft und idyllisch, doch später wünscht man sich stärkere Kontraste.

Mozarts Meisterwerk ist indes nur die Ouvertüre zu einem an sich eigenständigen Lortzing-Programm. Es erklingen Bearbeitungen aus dessen Oper „Der Wildschütz“, ganz, wie es damals Mode war: Die Harmoniemusik bestand aus Transkriptionen beliebter Opernmelodien für Bläser. Eigentlich kam diese Moder schon etwa 50 Jahre früher auf, zu Mozarts Zeiten nämlich, und so ist auch die „Wildschütz“-Bearbeitung erst in unserer Zeit entstanden, nämlich vom derzeitigen Bearbeiter-König Andreas Tarkmann und speziell für das Ensemble Prisma. Doch wieso eigentlich zehn Nummern aus Lortzings Wildschütz, die heute kein Mensch mehr kennt?

Weil dieser eine Zeit lang auch in Osnabrück wirkte , und da der Schauspieler Jörg Schade beim Konzert im Gehrock und mit schwarzer Perücke in die Rolle Lortzings schlüpft und aus seinen Briefen liest, dürfte man wohl erwarten, etwas über dessen Zeit und das damalige Leben in Osnabrück zu erfahren. Pustekuchen.

Jörg Schade liest wenigstens zwei Dutzend Briefe, doch im Grunde variiert Lortzing darin ein einziges Thema: Er hat keine Anstellung, kein Geld, und Schuld daran sind immer die anderen. Ignorante Intendanten, talentlose Sänger, intrigante Kritiker und Verleger. Der Glaube an die Eigene Bedeutung bleibt unerschüttert. Sympathisch macht ihn das nicht und strengt auf die Dauer an. Die Musik hingegen, die kaum Bezug zu den gelesenen Briefen Aufweist, bleibt fast durchweg gut gelaunt.

Immerhin ist das Spiel der Musiker ein kleiner Trost. „Den Sängern mangelt die Leichtigkeit des Vortrags“, beschwert sich Lortzing in einem Brief. Hätte er das Ensemble Prisma hören können, er wäre wohl selig gewesen. Der letzte Satz, den man von Lortzing an diesem Abend hört, lautet wie folgt: „Es fordere niemand, mein Schicksal zu wissen!“


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