Hilfe für pflegende Angehörige Besuchsdienst des Diakonischen Werkes in Osnabrück

Von Barbara Behnen

Anderen eine Pause schenken: Renate Dietze kümmert sich um pflegebedürftige Personen und schenkt den Angehörigen dadurch eine „Auszeit“. Foto: Barbara BehnenAnderen eine Pause schenken: Renate Dietze kümmert sich um pflegebedürftige Personen und schenkt den Angehörigen dadurch eine „Auszeit“. Foto: Barbara Behnen

Osnabrück. Bis zum Schlaganfall ihres Ehemannes hatte Renate Dietze mit Pflege nichts zu tun. Danach pflegte die gelernte Sekretärin ihren kranken Mann sechseinhalb Jahre. Seit zwei Jahren hilft Renate Dietze nun pflegenden Angehörigen. Sie macht ehrenamtlich beim Projekt „Auszeit“ mit, einem Besuchsdienst, den das Diakonische Werk aufgebaut hat, um pflegende Angehörige zu entlasten und zu unterstützen

Jeweils 20 Minuten morgens und abends sei der Pflegedienst gekommen, die übrige Zeit sei sie mit ihrem Mann allein gewesen“, erzählt die heute 73-Jährige. „Ich habe mir alles vom Pflegedienst abgeguckt, meinem Mann das Essen angereicht, ihn gewaschen, aus dem Bett gehoben und ihn umgezogen“, erinnert sie sich an diese Zeit. Nach dem Tod ihres Mannes 2011 las sie ein Jahr später eine Anzeige des Diakonischen Werkes in der Neuen Osnabrücker Zeitung, in der Ehrenamtliche für das Projekt „Auszeit“ gesucht wurden. „Auszeit heißt, dass wir pflegenden Angehörigen eine Verschnaufpause schenken, in der sie selbst einen Arzttermin ohne Zeitdruck wahrnehmen können, in Ruhe einkaufen, zum Friseur oder zu einem Kaffeeklatsch mit der Freundin gehen können“, erklärt sie ihr Ehrenamt. Renate Dietze meldete sich zur vorbereitenden Schulung an und besuchte zwei Monate lang ein bis zwei Mal in der Woche die Berufsfachschule für Altenpflege an der Rheiner Landstraße. „Wir sind so ausgebildet, dass wir mit fast jeder Situation fertig werden“, sagt sie selbstbewusst. Gleichzeitig mit dem Zertifikat habe sie schon die Adresse ihres ersten zu betreuenden Patienten in der Hand gehalten. Der Mann litt an der Parkinson-Krankheit und saß im Rollstuhl. Einmal in der Woche besuchte sie ihn und seine Ehefrau. Die drei hätten sich so gut miteinander unterhalten, dass die Ehefrau oft gar keine Lust gehabt habe auszugehen, erzählt Dietze. Inzwischen ist der Patient verstorben, und Renate Dietze betreut eine andere pflegebedürftige Person. Sie besucht eine ältere, fast blinde Dame, mit der sie sich unterhält und der sie die Zeitung vorliest. Außerdem geht sie einmal in der Woche zu einer Nachbarin, die an der Alzheimer-Krankheit leidet. Renate Dietze liebt ihre Tätigkeit, wie sie sagt. Die Krankheit und das Leid der Patienten berühre sie. „Aber ich muss mir sagen: Ich bin da, um zu helfen.“

Weitere Informationen zum ehrenamtlichen Besuchsdienst „Auszeit“ bei Monika Förster, Diakonisches Werk in Stadt und Landkreis Osnabrück, Tel. 0541/76028713, monika.foerster@dw-osl.de.