Skurriles und Surreales Melpomene-Werke im BBK Kunst-Quartier

Letzte Vorbereitungen für die Ausstellung: Axel Gundrum und Hinrich van Hülsen von der Künstlergruppe Melpomene im BBK Kunst-Quartier. Foto: Elvira PartonLetzte Vorbereitungen für die Ausstellung: Axel Gundrum und Hinrich van Hülsen von der Künstlergruppe Melpomene im BBK Kunst-Quartier. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Fünf Künstler, fünf Positionen und eine Gemeinsamkeit: der Hang zum „Skurealismus“. Was die Mitglieder der Künstlergruppe Melpomene unter der so bezeichneten Verquickung von Skurrilem und Surrealistischem, gemalt in realistischer Malweise, verstehen, kann man im BBK-Kunstquartier begutachten.

Seit 20 Jahren existiert jetzt Melpomene, diese Künstlergruppe , die sich nach der Muse der tragischen Dichtung und des Trauergesangs benannt hat. Dabei sind die fünf weder privat noch in Bezug auf ihre Sujets Trauerklöße. Eher bringen sie den Betrachter ihrer Kunstwerke zum Schmunzeln, denn nicht selten sind die Überhöhungen der Realität, die Fantasiewelten oder die düsteren Gestalten und schrillen Außenseiter in ihren Bildern mit einem Augenzwinkern inszeniert.

Man nehme die drei jungen Frauen von Robert Meyer, die er im Stil der Helldunkelmalerei wie einst Caravaggio malte. Mit großen, erwartungsvollen Augen sitzen sie auf ihren Stühlen, als käme im nächsten Moment der Märchenprinz ins Zimmer stolziert. Oder vielleicht ein rätselhafter nächtlicher Besucher, der vielleicht gar nicht Gutes im Schilde führt? Eine magische Spannung geht von dem Bild aus, es erzeugt eine undefinierbare Faszination, sicherlich auch hervorgerufen durch die immense Detailtreue, mit der Meyer seine drei Grazien gemalt hat.

Hinrich van Hülsen zeigt die Vögel, die er vor Kurzem noch in der Galerie Letsah ausstellte. Darüber hinaus bereichert er die Jubiläumsausstellung mit einem brandneuen Bild, auf dem sich ein Surfer oder eine Surferin über das Wasser ziehen lässt.

„Manchmal überkommt mich der Drang, gestisch zu malen“, erklärt derweil Axel Gundrum, der eine kleine Kollektion unterschiedlicher Werke zusammengestellt hat. Seine typischen Szenerien voller Mummenschanz und Maskerade hängt er neben ein älteres Werk von 1998, ein Selbstporträt in Pop-Art-Manier.

Außerdem zeigt er, wie es aussieht, wenn er aus dem fein ziselierten Korsett des Realisten ausbricht und sich aus dem Handgelenk einen expressionistischen Schlenker erlaubt.

Thomas Johannsmeier gibt sich derweil topaktuell: Ein Spatz erleidet den „QR-Tod“, weil er nicht per Computercode in Form der mittlerweile gängigen quadratischen, zweidimensionalen Matrix eingescannt werden kann. Und in der Ausstellung „Trigger Happy“ in der Stadtgalerie ließ sich Johannsmeier vom Waffenarsenal des Jörg Sprave inspirieren: Dessen Projektil in Form einer Klobürste trifft hier auf ein kurioses Konterfei. Schräg gegenüber widmet sich Thomas Bühler seinen fantastischen Welten, in denen es von am Strand spielenden Kindern, nackten Vogelfrauen und mystischen Gestalten nur so wimmelt.

„Ich finde es gut, dass das Kunstquartier uns im Jubiläumsjahr zur Ausstellung eingeladen hat, obwohl wir gar keine Mitglieder des Bundes Bildender Künstler (BBK) sind“, erklärt Gundrum.

In grauer Vorzeit seien sie zwar dem Bund beigetreten, doch mit der Gründung der eigenen Kunstgruppe habe sich die Mitgliedschaft dann erledigt. „Meine Zielsetzung ist es, das Kunstquartier allgemein als Plattform für relevante künstlerische Positionen der Region zu nutzen“, meint denn auch der BBK-Vorsitzende Jens Raddatz.

BBK Kunst-Quartier (Bierstraße 33): „20 Jahre Künstlergruppe Melpomene “. Bilder von Thomas Bühler, Axel Gundrum, Hinrich van Hülsen, Robert Meyer und Thomas Johannsmeier. Zu sehen ab 5. September (Eröffnung um 19 Uhr) bis 27. September, Di. – Fr. 14–18 Uhr, Sa. 11–16 Uhr.


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