Jugendreporter berichten „Maximal Mc Rapcontest“ in Osnabrück

Spontanes Reimen: Die „Erste-Sahne-Gruppe“ agiert beim Rapcontest. Foto: Egmont SeilerSpontanes Reimen: Die „Erste-Sahne-Gruppe“ agiert beim Rapcontest. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Mit einer Cap auf dem Kopf und dem Mikro in der Hand steht Pak auf der Bühne im Jugendzentrum Westwerk. Er ist „ohne Zweifel in den Hip-Hop verliebt“ – wie wohl auch die anderen hier: Es ist der fünfte „Maximal Mc Rapcontest“. Ein Rap-Battle mit vielen spannenden Auftritten steht an. Organisator Karsten Sonnemann erhofft sich ein „Event“ – und so kommt es auch.

Von Friederike Kalkmann

Zum fünften Mal kommen junge Rapper in das Jugendzentrum Westwerk, um ihre Künste zum Besten zu geben. In dem „Freestyle Battle“ treten vier Rapper gegeneinander an und müssen spontan auf der Bühne texten. Als Erste treten Pak und Muro auf.

Muro (19) hat bereits vor fünf Jahren mit dem Rap angefangen. Diese Musik bedeutet ihm viel: „Rap ist für mich Freiheit, dann schalte ich ab.“ Die Freiheit ist ihm auf der Bühne anzusehen. Spontan fallen ihm schlagfertige Sprüche ein, die er seinem Gegner entgegenbringt. „Freestyle ist für mich, den Gegner zu dissen und schlecht aussehen zu lassen.“ Das gelingt Muro ganz gut, wie dem Applaus des Publikums zu entnehmen ist. Dann treten die anderen beiden Mitbewerber auf die Bühne. Später kommt eine zweite Battle-Runde.

„Es wird echt schwierig“, sagt die Jury. Alle vier Teilnehmer konnten das Publikum begeistern und bekamen viel Applaus. Schließlich entschied sich die Jury für Andreas und Muro als Finalisten. Andreas (29) rappt bereits seit 12 Jahren. Wie er dazu kam? „Das weiß ich gar nicht mehr. Es macht einfach Spaß. Man kann sich ausdrücken. Man kann Leute verarschen.“

Im Finale gelten neue Regeln. Andreas und Muro gehen auf die Bühne. Es werden Schilder mit Wörtern hochgehalten, die spontan in die Texte eingebaut werden müssen. „Gammelfleisch, Hundeleine, Frauenheld, Weltpremiere und Ohrenschmalz“ werden mit zum Inhalt der Texte. Ironisch, humorvoll und provokant bauen die beiden spontan die Worte in ihren Text ein und bringen das Publikum so oft zum Lachen, Grölen und Klatschen. Danach folgt eine weitere Runde. Die Spannung steigt, die Jury berät sich. Das Publikum bewertet die Leistungen mit Applaus. Das Urteil lautet: „Die Jury hat sich für Andreas entschieden, das Publikum für Muro“ berichtet Moderator Karsten. Die beiden Rapper müssen noch mal ran. Eine weitere Runde soll über den Sieg entscheiden. Sie geben erneut alles, die Jury wippt im Beat mit, das Publikum ist begeistert. Schließlich gewinnt Muro das Battle und ein Preisgeld von 150 Euro. Strahlend verlässt er die Bühne und nimmt Glückwünsche entgegen.

Während es auf der Bühne mit weiteren Auftritten von Pak, Jeffrey & Jers, Erste Sahne und Silla weitergeht, fiebern ein paar Jugendliche einem ganz besonderen Moment entgegen. Der Rapper Silla aus Berlin steht den Jugendlichen des Rap-Workshops des Jugendzentrums Westwerk nach seinem Auftritt Rede und Antwort. „Er ist ein großes Vorbild für mich. Das bedeutet mir viel“, sagt Ibo (17), der seit zwei Jahren rappt. Ibo hat nun die Gelegenheit, ein Interview mit Silla zu führen und ihm drei Fragen zu stellen. Es darf sogar gefilmt werden. Ibo ist die Freude anzusehen, und er beginnt gleich, seinem Idol die erste Frage zu stellen. Silla rappt bereits seit 14 Jahren und hat schon sechs Solo-Alben veröffentlicht.

Ibo möchte wissen, wie er zum Rappen gekommen ist, wer seine Vorbilder sind und welches seiner Alben er am besten findet. „Den Track habe ich noch gar nicht geschrieben, glaube ich“, gesteht er bescheiden. Zu Sillas Vorbildern gehört auch Eminem. Eine Gemeinsamkeit mit Justin (18) aus dem Rap-Workshop gibt es also schon. Justin hat mit 12 Jahren seine Faszination für den Rap entdeckt, inspiriert von Eminem. Die jungen Talente des Rap-Workshops haben sogar noch die Gelegenheit, ihren Song kurz vorzusingen. Ein großer Moment für die vom Rap begeisterten Jugendlichen.