Lebkuchen immer zur gleichen Zeit Weihnachtsgebäck erobert Osnabrück


Osnabrück. Der Sommer kommt noch einmal zurück – und in den Osnabrücker Supermärkten stellen die Verkäufer die ersten Packungen mit Weihnachtsgebäck auf. Spekulatius, Lebkuchen und Oblaten – in diesem Jahr werden sie aber wirklich früher als sonst verkauft. Oder etwa doch nicht?

„Nein“, sagt Alexandra Antonatus vom Edeka-Verbund Minden-Hannover. Jedes Jahr werden die Weihnachtsleckereien zum 1. September geliefert – und das bereits so lange, dass Antonatus diesen Zeitpunkt als „traditionell“ bezeichnet. Wer also glaubt, dass die Waren jedes Jahr früher angeboten werden, wird demnach von seinem Gefühl getäuscht.

In diesem Jahr ist es für die Niedersachsen besonders verwirrend: Durch den späten Start der Sommerferien überschneiden sich beide Termine und i-Männchen könnten in ihren Schultüten statt einer Tafel Schokolade durchaus Spekulatius finden.

„Jeder Markt kann bestellen, was er will und es zu einem beliebigen Zeitpunkt anbieten“, erklärt Antonatus. Bei Edeka Twiehaus in der Osnabrücker Innenstadt etwa kommen die Kunden auch schon an Regalen mit Zimtsternen und Lebkuchen vorbei – vermutlich auf dem Weg zur Eistruhe, jetzt, wo es draußen doch noch einmal wärmer wird. Und auch in anderen Geschäften werden Fans bereits fündig.

Dass die Kunden unterschiedlich auf den frühen Verkaufsstart reagieren, ist Antonatus bekannt. Auf die Frage, ob das Weihnachtsgebäck denn auch schon gekauft wird, hat sie aber eine schnelle Antwort parat: „Sonst würden wir es nicht anbieten.“ Ob man jetzt schon Hunger darauf hat oder nicht, sei eben vom individuellen Geschmack abhängig. Nadine Schloen zum Beispiel findet das super. „Wer keine Lust darauf hat, soll es nicht kaufen. Spekulatius und Co haben ja nicht nur was mit Weihnachten zu tun. Bald ist Herbst, was gibt es Schöneres, als an kalt-nassen Tag mit Tee und Spekulatius auf der Couch zu sitzen!?“ Kerstin Teschner hingegen ist nicht so begeistert. Vor November will sie davon nichts wissen. „Erklären Sie das Mal kleineren Kindern, die noch an den Weihnachtsmann glauben. Für die dauert es noch eine halbe Ewigkeit. Wir haben schließlich noch Sommerferien.“ Für Susanne Padur ist die Sache klar: „Das hat nichts mehr mit Weihnachten zu tun, sondern ist einfach Massenkonsum.“

Immerhin: Bis sich die Schokonikoläuse zu den Vorreitern gesellen, wird es laut einer Mitarbeiterin von Edeka Twiehaus noch eine ganze Weile dauern.

Übrigens: Einem Supermarkt scheint die Aussage „Es wird jedes Jahr früher“ bekannt zu sein. Wie die Verkäufer damit umgehen, hat der Leser des Blogs „Der Shopblogger“ fotografisch festgehalten: Vor den Regalen mit Stollen und anderem Gebäck steht ein Schild mit dem Satz: „Und bevor wer was sagt... NEIN es wird nicht jedes Jahr früher...“


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