Heute ist „Skyscraper Day“ Das Osnabrücker Iduna-Hochhaus kratzt (fast) an den Wolken

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Eigentlich dient der Tag des Wolkenkratzers („Skyscraper Day“) am 3. September dazu, die höchsten Gebäude der Welt zu würdigen. Sprich: den Burj Khalifa in Dubai (828 Meter), den Shanghai Tower (632 Meter), das Mecca Royal Clock Tower Hotel (Saudi Arabien, 601 Meter) oder - der Klassiker - das Empire State Building in New York, das mit seinen über 80 Jahren und 381 Metern immer noch auf Platz 22 steht. Man kann natürlich auch nach Osnabrück schauen.

In Osnabrück fällt vieles etwas kleiner, oder wie manche meinen, provinzieller, aus.Trotzdem: Auch das Iduna-Hochaus kratzt (fast) an den Wolken. Zumindest dann, wenn der Fotograf die richtige Perspektive wählt. Allerdings: Dass das Iduna-Hochhaus ein Wolkenkratzer ist, lässt sich natürlich grundsätzlich bestreiten. Üblicherweise wird die Bezeichnung erst ab einer Höhe von 200 Metern verwendet.

Die erreicht das 1974 fertiggestellte Gebäude definitiv nicht: 20 Stockwerke, das sind unterm Strich dann gerade mal 66 Meter. Nach manchen Quellen sind es sogar nur 65 Meter. Damit sicherte sich der Turm zwischen Herrenteichswall und Erich-Maria-Remarque-Ring trotzdem den Titel „höchstes Gebäude der Stadt“.

Rund 9 Millionen Mark ließ sich die Iduna den Wohnturm Mitte der 70er Jahre kosten. Und errichtete damit eine „unübersehbar städtebauliche Dominante“, wie es die NOZ 1973 umschrieb. Mit allem, was dazu gehört: zwei Schnellaufzüge, eine Müllwurfanlage, eine Waschzentrale mit Wasch- und Trockenautomaten. Und: einem Schwimmbad mit Sonnenterrasse im Obergeschoss.

Schon gut 20 Jahre später war der Lack ab: Risse im Beton und verfaulte Holzfenster erforderten eine Grundsanierung. Auch Gerüchte um Prostitution kratzten am Ruf. Seit dem wird immer mal wieder darüber diskutiert, ob ein Abriss nicht nur die günstigere, sondern auch die vernünftigere Lösung wäre. Der Namensgeber Iduna hat das Haus jedenfalls schon Ende der 80er Jahre verkauft.

Unabhängig davon, was aus dem Iduna-Hochhaus wird: An anderen Orten wird weiter gen Himmel gestrebt: Seit 2013 entsteht im saudi-arabischen Dschidda der Kingdom Tower. Bei der geplanten Fertigstellung 2019 soll der Tower nicht nur das höchste Gebäude der Welt sein, sondern auch erstmals die 1000-Meter-Marke knapp knacken. Ein echter und nicht nur ein perspektivischer Wolkenkratzer.

Zurück geht das datum vermutlich auf den am 3. September 1856 geborenen Architekten Louis Sullivan. Der Amerikaner und Erbauer des Carson Pirie Scott Buildings in Chicago gilt als einer der Väter des Hochhauses.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN