Viele Unterkünfte mit Garten Osnabrücker Wohnungsmarkt für Studenten im Herbst dicht

Von Stefanie Witte, 01.09.2014, 18:25 Uhr
Der Wohnungsmarkt für Studenten ist zum Wintersemester hin hart umkämpft. Foto: dpa

Osnabrück. Bei der Jagd auf WG-Zimmer und Wohnungen kommt es auf die Jahreszeit an: Im Sommer ist die Lage entspannt. Rund um den Oktober, zu Beginn des Wintersemesters, ist der Wohnungsmarkt dagegen heiß umkämpft. Die Hochschule rechnet mit etwa 2700 Erstsemestern. An der Uni werden es voraussichtlich noch mal um die 1000 mehr sein. Die angehenden Akademiker brauchen Unterkünfte. Aber: Auch wenn der Spielraum im Herbst kleiner wird, gibt es viele Wege zur Wohnung.

Auf der Internetseite „ WG-Gesucht “ ist viel Bewegung: Monatlich werden dort rund 550 Anzeigen für Osnabrück eingestellt. Das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, so eine Sprecherin des Internetportals. Seit dem letzten Jahr haben sich auch die Zugriffszahlen der Wohnungssuchenden um 20 Prozent erhöht. Die Nachfrage steigt also stärker als das Angebot.

Die meisten Zimmer, die über WG-Gesucht laufen, liegen in den Stadtteilen Wüste, Schölerberg und in der Innenstadt. Außerdem fällt auf: 37 Prozent der angebotenen Zimmer und Wohnungen haben einen Garten oder Gartenanteil. Damit gehört Osnabrück im bundesweiten Vergleich zu den Top 3 bei diesem Kriterium.

Bis zu 80 Rückmeldungen auf ein WG-Angebot bekommen sie, berichten Studenten. Die angehende Berufsschullehrerin Bianca Klein hat gerade erst mehrere Besichtigungstermine in ihrer Dreier-WG hinter sich. Sie suchte eine Nachmieterin für eine Freundin, die auszieht. Was volle Wohnheime zum Semesteranfang bedeuten, weiß Klein aus eigener Erfahrung: Zu Beginn ihres Studiums hatte sie vom Studentenwerk eine Liste mit Angeboten von Privatleuten bekommen. Untergekommen war sie schließlich bei einem Ehepaar. „Das war ein bisschen wie zu Hause“, sagt Klein. Sie hatte dort ihr „Kinderzimmer“ und durfte das ganze Haus mitnutzen. Ein halbes Jahr später gründete sie mit zwei Freundinnen eine WG, in der sie noch heute wohnt.

Auch auf Facebook ist die Schlacht um die besten Wohnungen in vollem Gange: In der öffentlichen Gruppe „ Suche/Biete Wohnung in Osnabrück “ kann es schon mal vorkommen, dass innerhalb von 24 Stunden zwei Dutzend Angebote und vor allem Gesuche erstellt und kommentiert werden. Sonja Rotert stellte hier ihre Wohnung ein. Sie berichtet, dass ihr Bewerber sogar Geld boten, um ihre Chancen zu verbessern.

Auf dem Schwarzen Brett der Uni geht es dagegen vor allem um WG-Zimmer. Pro Tag werden gleich mehrere Angebote – befristete und unbefristete – online gestellt.

Studentenbuden in Osnabrück verhältnismäßig günstig ››

Im vergangenen Jahr waren Studenten sogar übergangsweise in einem Pflegeheim untergekommen. Das Katharina-von-Bora-Haus bietet in diesem Jahr allerdings keine Zimmer mehr an. „Das war eine einmalige Aktion“, sagt Pflegeleiter Kai Wiese. In die vorübergehend leer stehenden Räume ist mittlerweile die Kurzzeitpflege der Behindertenhilfe eingezogen. Die zwei, drei Monate mit den Studenten seien aber eine Bereicherung für das Heim gewesen. „Das war eine tolle Erfahrung“, sagt Wiese.

In Münster wird die Wohnungsmarktsituation im Vergleich mit Osnabrück als viel verfahrener beschrieben: Hier geht man mit der großen Nachfrage aber auch kreativ um: So können sich ab diesem Wintersemester sogar Nicht-Theologen ins traditionsreiche Priesterseminar , das „Borromaeum“ mitten in der Innenstadt einmieten: 300 Euro kostet das Zimmer, Mittag- und Abendessen inklusive. Damenbesuch ist allerdings nur nach vorheriger Ankündigung erlaubt.

Wer an der Universität Osnabrück studieren möchte und nach einer Wohnung sucht, findet auf der Internetseite der Uni viele Links und den Rat, „frühzeitig“ mit der Suche zu beginnen. Hauptumschlagplätze sind Studentenwerk und Internet.

Die rund 1600 Plätze, die das Studentenwerk in Osnabrück anbietet, sind derzeit alle belegt, sagt Ursula Rosenstock, die beim Studentenwerk für studentisches Wohnen zuständig ist. Allerdings könne es immer sein, dass kurzfristig Plätze frei werden.

Rosenstock stellt fest, dass die Monate rund um den Beginn des Wintersemesters ein „Nadelöhr“ seien. „Wir wollen die Preise auf dem Boden halten“, sagt sie. Ziel des Studentenwerks ist es, 15 Prozent der Studenten eine Unterkunft zu bieten. Aktuell liege man aber darunter. Immerhin sollen zum Wintersemester 2015/2016 im „ WirQuartier “ 28 Appartments für Studenten entstehen. Das gemeinsame Projekt von Studentenwerk und Heilpädagogische Hilfe Osnabrück soll das Zusammenleben von Studenten und Menschen mit Behinderung fördern.

Wer aktuell ein Zimmer sucht, kann auch bei privaten Anbietern fündig werden, die das Studentenwerk vermittelt. Hier sind noch Plätze frei.

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