Serie Stadtteilkultur: Hagen a.T.W. Tradition trifft Trend am Teutohang

Von Christoph Beyer

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Hagen a.T.W. Die malerische Kulturlandschaft in und um Hagen a. T. W. macht die Gemeinde, auch überregional, zu einem beliebten Touristenziel. Dass Idylle und Innovation keinen Widerspruch, sondern ein Ergänzungsverhältnis bilden, stellen die kulturellen Aktivitäten vor Ort unter Beweis. Sie beeindrucken durch Vielfalt und kollektives Engagement.

Im Falle der sich in der Dorfmitte Hagens erhebenden „Ehemaligen Kirche“ traten bereits in den frühen Siebzigerjahren engagierte Bürgerinnen und Bürger auf den Plan, um den Abriss des kulturhistorisch wertvollen Gebäudes zu verhindern – mit Erfolg.

Nach der Entweihung 1973 und umfassenden Restaurierungsarbeiten zog drei Jahre später neues Leben in das Gebäude ein. Seither finden in dem für seine hervorragende Akustik bekannten Innenraum Ausstellungen und Konzerte statt. Altes und Neues symbolträchtig verbindend, hat die „Ehemalige Kirche“ somit, vor allem durch das Engagement ihres Trägervereins, zu ihrer hoch anerkannten Rolle gefunden.

Mit insgesamt rund siebzig Vereinen verfügt das in sechs Gemeindeteile gegliederte Hagen a.T.W. über eine enorme Bandbreite an bürgerschaftlichem Engagement. Dessen Förderung ist auch zentrales Anliegen Markus Hestermeyers. Für den ersten Gemeinderat und Fachdienstleiter ist diese Vielfalt Ausdruck eines vitalen Gemeindelebens. Dieses findet auch in dem Verein „Kultur und Leben“ (KuL) seinen Ausdruck. Seit über zehn Jahren organisieren die Mitglieder Theater- und Rezitationsabende, Musikveranstaltungen und Kulturnächte und bereichern so das kulturelle Angebot.

Diesem Anspruch fühlt sich auch die Töpferei Niehenke verpflichtet. Als eine der ältesten aktiven Töpfereien Norddeutschlands wird in vierter Generation der rotbraune Ton zu kunstvollem Geschirr verarbeitet. Zugleich bietet Inhaber Bernhard Niehenke mit zahlreichen über das Jahr verteilten Konzerten und Veranstaltungen ein Zusammenspiel von Handwerkskunst und unkonventionellem Kulturgenuss, das kreative Synergien entstehen lässt und weit über Hagen hinaus ausstrahlt.

Musikalische Höhenflüge unternahmen in den vergangenen Jahren die „Greenbeats“. Das fünfzehnköpfige Hagener Trommelensemble überzeugt, auch europaweit, auf großen und kleinen Bühnen mit außergewöhnlichen Percussion-Shows. Seit 2010 als selbstständiger Verein organisiert, liegt die Keimzelle seines Könnens in der Hagener Jugendmusikschule.

Als gemeindeeigene Jugendmusikschule legte sie nicht nur bei der ehemaligen Schlagzeugschüler-Truppe den musikalischen Grundstein, sondern ebnete zahlreichen weiteren Nachwuchstalenten den Weg. 550 Kinder und Jugendliche erwerben hier in zahlreichen Kursen vielfältige musikalische Erfahrungen.

Mit dem Internationalen Musikfestival ist in zweijährigem Abstand in Hagen zugleich auch Niedersachsens größtes Musikfest beheimatet. Rund 2000 Teilnehmer aus über zehn Nationen verbreiten internationales Flair. Ein solches geht auch vom jährlich stattfindenden Reitsportfestival Horses & Dreams auf dem Gelände des Hofs Kasselmann aus und verdeutlicht in seinen Dimensionen, welche Bedeutung der professionelle Pferdesport für die Gemeinde mittlerweile gewonnen hat.

Entschleunigtes Entdecken ermöglicht die Hagener Kirschenkultur, welche sich, auch im Rahmen wissenschaftlich durch die Hochschule Osnabrück betreuter Projekte, für den Erhalt der 300 hier wachsenden Kirschsorten einsetzt.

Das Projekt „Süßkirschenvielfalt – eine Tradition wird wiederentdeckt“ wurde in diesem Jahr als offizielles Projekt der UN im Rahmen der Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt. Es ist dieses „nachhaltige Engagement“, das letztlich die Hagener „Kulturlandschaft“ kreiert und ihr im viel zitierten Sinne „Wurzeln und Flügel“ verleiht.


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