Gedenken an den Ersten Weltkrieg Sonderbriefmarke in Osnabrück vorgestellt


Osnabrück. In einem Festakt im Friedenssaal des Rathauses stellte Steffen Kampeter, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, jetzt eine Sonderbriefmarke in Gedenken an den Ersten Weltkrieg vor. Er lobte dabei Osnabrück für seine Bemühungen um den Frieden.

nsto Osnabrück. In einem Festakt im Friedenssaal des Rathauses stellte Steffen Kampeter, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, jetzt eine Sonderbriefmarke in Gedenken an den Ersten Weltkrieg vor. Er lobte Osnabrück für die Bemühungen um den Frieden.

„Wir vereinen uns unter dem Motto: nie wieder Krieg. Das zieht Verantwortung nach sich für ein friedvolles, tolerantes und offenes Miteinander“, mit diesen Worten eröffnete Oberbürgermeister Wolfgang Griesert den Festakt im Rathaus. Dieser Verantwortung stelle man sich im Kleinen auch mit einer Briefmarke, mit der man dieses Bekenntnis in die Welt hinaus sende. Natürlich sei eine einzelne Briefmarke nicht genug um den Schrecken des Weltkriegs würdig zu gedenken, ergänzte Staatssekretär Kampeter.

Die Marke sei aber eingebettet in ein Ganzes, das in vielfältiger Art und Weise die Umstände des Krieges in das Licht der Öffentlichkeit hervorhole.

Die Sonderbriefmarke, die seit Anfang August zu kaufen ist, zeigt die berühmte Grafik der Künstlerin Käthe Kollwitz mit dem Ausruf: „Nie wieder Krieg“. Kollwitz hatte diese 1923 als Antwort auf Revisionismus und den wieder aufstrebenden Nationalismus gefertigt. Kollwitz sei jedoch nicht immer eine Pazifistin gewesen, erklärte Christoph Rass, Historiker und Privatdozent an der Universität Osnabrück, den 70 Gästen aus Politik und Gesellschaft. „Kollwitz hat den Kriegsdienst ihrer beiden Söhne zunächst unterstützt. Erst der Tod einer ihrer Söhne 1914 hat sie zum Umdenken bewegt.“ Danach habe die Malerin und Bildhauerin sich aktiv gegen die weitere Mobilmachung gestellt und mit ihren Werken ein politisches Statement setzen wollen.

Bedeutende Quelle

Rass machte auch deutlich, warum eine Briefmarke ein geeignetes Erinnerungsstück an die Gewalt und Sinnlosigkeit des Ersten Weltkriegs sei. „Briefe zwischen der Heimat und der Front sind heute die bedeutendste Quelle, wenn es um die menschlichen Erfahrungen im Ersten Weltkrieg geht“, so Rass. Darin seien alle Beschwörungen, alle Angst, blinder Patriotismus und immer wieder auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit vereint. „Im Grunde schreit uns jeder einzelne Brief an: bie wieder Krieg“.

In dieser Ansicht bestätigte ihn Steffen Kampeter: „Die Bilder und Worte des Ersten Weltkrieges sind für uns anklagend, mahnend und kompromisslos.“ Für die Bemühungen um den Frieden hob Kampeter Osnabrück ganz besonders hervor. „Osnabrück bietet mit dem historischen Friedensaal und Organisationen, die sich aktiv um den Frieden bemühen, einen kongenialen Rahmen für die Präsentation dieser Sonderbriefmarke.“

Auch Michael Brzoska, Vorsitzender der Deutschen Stiftung Friedensforschung, die mit dem Finanzministerium die Herausgabe der Sondermarke geplant hatte, rief dazu auf, Lehren aus dem Ersten Weltkrieg, der vor 100 Jahren begann, zu ziehen. Keineswegs sei dieser nur Mahnung, sondern vielmehr ein Steinbruch der Erkenntnisse. Zum Ende des Festaktes überreichte Staatssekretär Kampeter Mappen mit der Erstausgabe der Sonderbriefmarken an Vertreter des gesellschaftlichen Lebens und Beteiligte des Briefmarken-Projektes.


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