Stellplätze, Sicherheit, Transport Ist Osnabrück wenig fahrradfreundlich?

Mit der Radfreundlichkeit in Osnabrück ist es nicht weit her, meinen zwei Experten. Foto: Sven KienscherfMit der Radfreundlichkeit in Osnabrück ist es nicht weit her, meinen zwei Experten. Foto: Sven Kienscherf

Osnabrück. Der ADAC hat Großstädte auf ihre Radfahrerfreundlichkeit getestet. Kleinere Städte wie Osnabrück kommen nicht vor. Wir haben zwei Experten gefragt, wie sie die Radtauglichkeit der Hasestadt beurteilen. Das Ergebnis: Begeistert sind beide nicht.

Uwe Schmidt, Vorsitzende des ADFC Osnabrück, sieht in der Stadt noch viel Handlungsbedarf. Insgesamt würde er Osnabrück im Hinblick auf die Fahrradfreundlichkeit insgesamt nur ein „ausreichend“ zubilligen. Fahrrad-Blogger Daniel Doerk möchte keine Schulnoten vergeben, hat aber Einiges zu kritisieren.

ADAC: Deutschlands Metropolen noch wenig fahrradfreundlich

Besonderen Handlungsbedarf sieht Schmidt beim Thema Sicherheit. „Ein jüngeres Kind würde ich nicht alleine durch die Stadt schicken.“ Es gebe zwar Ausnahmen wie das Katharinenviertel, insgesamt krankten aber viele Strecken an zu schmalen Radwegen wie etwa am Wall. Riskant für Radfahrer sei es besonders am Johannistorwall, am Rosenplatz sowie an der Hannoverschen, der Lotter sowie der Mindener Straße . Von Schmidt gibt es in Sachen Sicherheit nur ein „ausreichend“. Doerk sieht das ähnlich: „ Es gibt eindeutig Unfallschwerpunkte in der Stadt, die nicht nachhaltig verändert werden.

Geringfügig besser beurteilen Schmidt und Doerk die Abstellmöglichkeiten für Räder. Immerhin: Die Stadt wisse, dass es hier Nachholbedarf gebe. Da sind sich beide sicher. Schmidt räumt ein, es sei schon ein bisschen was gemacht worden wie etwa an der Radstation. „Das reicht aber nicht aus. Gerade in der Innenstadt fehlt es an überdachten Abstellmöglichkeiten.“ Seine Note: „noch befriedigend“. Doerks Fazit: „Osnabrück ist auf dem Weg zur Durchschnittlichkeit.“

Forderung nach Tempo-30-Zonen

Von der Radverkehrsförderung der Stadt ist Schmidt wenig angetan. Zwar fehle es oft an Geld. Einfach umzusetzen wäre aber ein Fahrverbot von Lkw in der Innenstadt mit Ausnahme der Ausfallstraßen sowie Tempo-30-Zonen wie in der Martinistraße. Unterm Strich vergibt Schmidt ein „ausreichend“. Doerk bewertet die Situation etwas besser: Die Imagekampagne „Osnabrück sattelt auf“ sei ein Anfang. Aber: „Zu wünschen bleibt, dass den Motivationen auch Taten in der Infrastruktur folgen.“

Kein Leihsystem für Räder

Mit den Serviceangeboten für Radler sind beide nicht zufrieden. Doerk vermisst unter anderem ein Leihsystem für Räder. Es gebe in der Stadt wenig, dass das Radlerleben leichter mache. Doerks Vorschlag: „zum Beispiel eine Pumpstation an der Katharinenstraße, wo das Radverkehrsaufkommen groß ist.“ Was die Zahl der Fahrradgeschäfte- und Werkstätten betrifft, sei Osnabrück zwar ganz gut aufgestellt, meint Schmidt. Er kritisiert aber die seiner Ansicht nach unzureichenden Transportmöglichkeiten im öffentlichen Nahverkehr. „In Regionalzügen ist der Transport deutlich zu teuer, dort wie in den innerstädtischen Bussen gibt es zu wenig Platz, um Räder zu transportieren.“ Seine Note: mangelhaft.


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