Spenden für Hospiz und Kindertafel Nach abgehängtem NPD-Plakat: Benefiz im Bastard Club

Die Organisatoren Dany Franz und Jers Jimmy Dean werben für das Konzert am Samstag. Foto: privat/Jimmy Dean LaubingerDie Organisatoren Dany Franz und Jers Jimmy Dean werben für das Konzert am Samstag. Foto: privat/Jimmy Dean Laubinger

Osnabrück. Im Mai haben Jers Jimmy Dean Laubinger und ein paar seiner Freunde in Osnabrück öffentlichkeitswirksam ein Plakat der rechtsextremen Partei NPD abgehangen. Jetzt legen sie mit einem Konzert nach, in dem sie einen rassistischen Slogan der Rechtsextremisten einfach umdrehen und das für einen guten Zweck.

Am kommenden Samstag, 30. August, treten im Bastard Club ab 18 Uhr fünf Bands und zwei DJs unter dem Motto „Geld für die Oma - sammeln Sinti und Roma (und Freunde)“ auf. Der Slogan spielt darauf an, dass Laubinger uns einige seiner Mitstreiter deutsche Sinti sind. Das Geld soll zu gleichen Teilen an das Osnabrücker Hospiz und die Kindertafel gehen.

Jers Jimmy Dean Laubinger hatte im Mai gemeinsam mit Jeffrey Laubinger und Dany Franz ein NPD-Plakat abgehangen , auf dem die Rechtsextremisten mit dem Slogan „Geld für Oma statt für Sinti und Roma“ auf Stimmenfang gegangen waren. Die Aktion hielten die Männer auf Video fest. Die Resonanz im Netz auf den Film war enorm. Über 4.800 Mal wurde der „Gefällt mir“-Button auf Facebook geklickt, über 4.000 Menschen teilten das Video, es gab Hunderte zustimmende Kommentare. Ein Verfahren gegen die Männer wurde eingestellt.

„Überwältigende Resonanz“

Dabei wollten Laubinger und die anderen es nicht belassen. „Über Nacht wurde aus der überwältigenden Resonanz die Idee für ,Menschheit Menschlichkeit´ geboren, einer Aktion, mit der wir uns für das Miteinander von Menschen jeglicher Kultur, Hautfarbe, Religion, Herkunft oder sexueller Gesinnung einsetzen wollen“, erläutert Laubinger.

Unter dem Label „Menschheit Menschlichkeit“ läuft auch das kommende Konzert. „Ursprünglich wollten wir das Geld komplett an eine Einrichtung für alte Menschen spenden, jetzt haben wir uns entschieden, den Gewinn jeweils zur Hälfte an die Kindertafel und das Hospiz zu spenden. Ich hoffe, dafür haben die Leute Verständnis. Wir wollten auch was für Kinder machen“, sagt Laubinger.

„Hoffen, dass der Laden voll wird“

Er hofft, dass am Samstag eine nennenswerte Summe zusammenkommt. Der Eintritt von zehn Euro pro Person werde komplett gespendet, ebenso die Einnahmen einer Versteigerung. Des Weiteren kommen dem Hospiz und der Kindertafel der Umsatz vom Essen sowie 50 Cent von jedem verkauften Flaschengetränk zugute, sagt Laubinger. „Bis zu 500 Leute passen in den Bastard Club. Wir hoffen natürlich, dass der Laden voll wird.“

Alle Bands verzichten auf Gagen für ihren Auftritt. Headliner sind Boozed, eine auch überregional bekannte Band aus Osnabrück, die sich eigentlich schon aufgelöst hatte. „Das wird ein einmaliger Reunion-Gig“, wirbt Laubinger. Auch er selbst wird mit Jeffrey&Jers auf der Bühne stehen. Außerdem treten auf: Das Gespann (Gipsy, Swing, Jazz, Bossa Nova), Dizzy (Hip Hop) und 90Grad West (Hip Hop-Workshop. Bei der Aftershowparty legen DJ Catch und Fedupfaction auf.

Bei der Versteigerung kommen Original-Entwürfe für Platten-Cover unter den Hammer, ebenso wie Basketballaccessoires und Mikrofone aus dem Fundus der Veranstalter. „Das meiste ist persönlicher und cooler Kram von uns“, sagt Laubinger. Noch ein ganz besonderes Stück werde ebenfalls versteigert: „Ich verrate noch nicht was, aber es ist der Hammer!“

Benefizkonzert „Geld für die Oma - sammeln Sinti und Roma (und Freunde)“

Samstag, 30. August, Bastard Club, Buersche Straße 8, 49074 Osnabrück
Einlass: 18 Uhr, Beginn: 19 Uhr

Eintritt: 10 Euro


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