Süße Früchtchen vom Westerberg Osnabrücker Kinder machen Schokolade in der Grünen Schule

Schokolade macht ein bisschen glücklich, glauben die Kinder, die die Süßigkeit am Mittwoch im Botanischen Garten aus Kakaobohnen herstellten. Man sieht es ihnen an. Foto: Klaus LindemannSchokolade macht ein bisschen glücklich, glauben die Kinder, die die Süßigkeit am Mittwoch im Botanischen Garten aus Kakaobohnen herstellten. Man sieht es ihnen an. Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück. In der Grünen Schule im Botanischen Garten wird gehämmert und geklopft. Dort wird nicht gezimmert oder getischlert, sondern Schokolade gemacht. Zehn Kinder stellten die Süßigkeit mit Zutaten her, die sie am Westerberg entdeckt haben.

Eigentlich mag die sechsjährige Merle keine Schokolade. Sie ist zu der Ferienpass-Aktion in der Grünen Schule gekommen, weil sie herausfinden will, wie Schokolade gemacht wird. „Und ich möchte sie probieren.“ Kakao mag sie, meint Merle. Aber diese Schokolade, die schmecke ihr nicht.

Merle sieht ziemlich gesund aus. Und das ist wohl auch kein Wunder. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Kakao gesundheitsfördernd ist. Darin ist der Wirkstoff Epicatechin enthalten. Er kann das Auftreten von Krankheiten wie Hirnschlag, Herzinfarkt, Krebs und Diabetes mindern. Dieser Wirkstoff verhindert zudem, dass Menschen Falten bekommen. Aber damit hat Merle ja noch nichts zu tun.

Kakao als Grundlage

Kakaobohnen sind die Grundlage für die Schokolade, die die Mädchen und Jungen in der Grünen Schule herstellen. Im Regenwaldhaus im Botanischen Garten wachsen diese Bohnen. Das haben die Kinder gesehen, als sie mit der Biologie-Studentin Jennifer Gräber einen Rundgang durch das Haus gemacht haben. Dort haben sie auch Vanille entdeckt. Beides sind Zutaten für Schokolade. Sie haben sie aber nicht im Regenwaldhaus gepflückt, die Kinder arbeiten mit Produkten aus dem Supermarkt.

Für ihre Schokolade benötigen die Kinder einen Esslöffel Kakaopulver, zwei Esslöffel Puderzucker, zwei Esslöffel Milchpulver, ein Päckchen Vanillezucker, einen Esslöffel Kokosnussfett, ein paar Tropfen Wasser und gemörserte Kakaomasse. Letzteres wird aus den Kakaobohnen gewonnen. Die Bohnen werden auf den Tisch geklopft, um die Schale zu entfernen. Dann kommt die nackte Bohne in eine Schale und wird mit einem Mörser zerstampft. Die fertige Masse vermischten sie mit den angegeben Zutaten – und fertig.

Schokoladen-Glück

Max (11) meint, Schokolade macht ein bisschen glücklich. Vielleicht isst Davina (7) deswegen jeden Morgen zwei Brote mit Nutella-Schokolade. „Das ist nicht gesund, aber ich esse auch Äpfel, Birnen und Mais“, sagt sie.

Wenn sie gerade keine Schokolade im Botanischen Garten herstellt, schlickert Amelie (9) am liebsten Vollmilch-Schokolade. Die bringt ihre Mutter aus dem Supermarkt mit nach Hause. Von Jennifer hat Merle erfahren, dass die wichtigste Zutat der Schokolade, der Kakao, aus Mittel- und Südamerika kommt.

In Mexiko haben die Ureinwohner, die Azteken, dem mit kaltem Wasser vermischten Kakaogetränk den Namen „xocolatl“ gegeben. Daraus wurde dann später die Schokolade. Die Azteken hatten auch einen Kakao-Gott. Christoper Columbus, der Entdecker Amerikas, brachte die Kakaobohne mit nach Europa.

Unverarbeitet war sie aber ungenießbar. Erst nach der Zugabe von Honig und Rohrzucker erhielt das Getränk seinen süßen Geschmack und erfreute sich wachsender Beliebtheit. Die erste Schokoladen-Fabrik in Deutschland wurde übrigens 1804 in Halle an der Saale gegründet.


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