Traumpfad-Spaziergang am Piesberg Kaffee und Kuchen auf dem höchsten Gipfel Osnabrücks

Von Nils Stockmann

Kaffeetafel auf der Felsrippe: 20 Wanderer folgten am Sonntag dem Piesberger Traumpfad, um sich nach dem Aufstieg bei Lyrik und Weitblick mit ein Stück Kuchen zu belohnen. Foto: Klaus LindemannKaffeetafel auf der Felsrippe: 20 Wanderer folgten am Sonntag dem Piesberger Traumpfad, um sich nach dem Aufstieg bei Lyrik und Weitblick mit ein Stück Kuchen zu belohnen. Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück. Zu einem Spaziergang auf die Felsrippe des Piesbergs hatte am Sonntag das Piesberger Gesellschaftshaus eingeladen. Spektakuläre Aussichten und Gedichte über Wolken begleiteten die Wanderer bei ihrem Aufstieg. Oben wurden sie mit einer einzigartigen Kaffeetafel belohnt.

Für die Führung des Spazierganges von Lechtingen aus auf die Felsrippe hatte das Piesberger Gesellschaftshaus Jutta Wermke gewonnen. Die Universitätsprofessorin aus Osnabrück hatte 2005 gemeinsam mit Studierenden eines Seminars und dem Gesellschaftshaus einen „Traumpfad“ am Piesberg konzipiert . Durch sogenannte Guckkästen wird dabei der Fokus auf einen bestimmten Ausschnitt der Landschaft gelegt.

„Die Motive verschieben sich, da auch die Landschaft am Berg sich verändert“, erklärt Jutta Wermke. Für den Traumpfad sind die Landschaftsausschnitte jeweils mit Gedichten unterlegt, die Wermke ausgesucht hat. Alle Texte beschäftigen sich mit dem Thema Wolken. Diese seien eng mit dem Träumen verbunden, denn auch sie veränderten sich und hätten für jeden eine andere Bedeutung, so Wermke. Mit der Kombination aus Guckkästen und Gedichten möchte die Professorin dazu anregen, entlang des Weges zu verweilen und die Situation auf sich wirken zu lassen.

Im Dichterhimmel

„Die Bedeutung der Gedichte für die Landschaft verändert sich schon, je nachdem in welcher Jahreszeit man den Traumpfad geht“, lässt sie ihre 20 Mitwanderer wissen. Wie unterschiedlich Wolken wirken, die auch am Sonntag zu treuen Begleitern der Spaziergänger wurden, verdeutlichte schon die Gedichtauswahl. Wermke stellte an den acht Guckkästen entlang der Route unter anderem Werke von Hermann Hesse, Christian Morgenstern und Elisabeth Borchers vor. Während Hesse in voller Liebe zu Wolken schwärmt, nehmen sie für Morgenstern eine mystische, manchmal gar düstere Rolle ein – etwa wenn er vom „Wolkenbaum“ im Dunkel spricht. Ein anderer Poet, Günter Kunert, betrachtet die Wolken wiederum nüchtern und ruft den Wanderern „Regen und Schatten“, die sie mit sich bringen, in Erinnerung.

Regen blieb allen Beteiligten am Sonntag aber erspart – sehr zur Freude von Imke Wedemeyer. Sie empfing die Spaziergänger im Namen des Piesberger Gesellschaftshauses auf der Felsrippe. Nach dem fast zweistündigen Aufstieg freuten sich alle sichtlich über die Kaffeetafel mit unvergleichlicher Aussicht ganz oben auf der Aussichtsplattform. Bei Kaffee und Apfelkuchen stand es den Teilnehmern offen, den Blick über Himmel und Horizont schweifen zu lassen oder sich über allerlei auszutauschen.

Der Traumpfad, verbunden mit dem Kaffeetrinken auf dem Piesberg, war der Abschluss der „Piesberger Kaffeetafel“, die zuvor schon an anderen ungewöhnlichen Orten rund um den Berg eingeladen hatte. „Alles hier hochzuschaffen war eine logistische Herausforderung“, sagte Organisatorin Wedemeyer. Sie freute sich aber darüber, dass das Angebot so gut angenommen worden sei. „Diese kleineren Veranstaltungen sind meist die schönsten.“

Wer ebenfalls den Traumpfad am Piesberg erleben möchte, kann dies entweder auf dem Wanderweg oder aber ganz gemütlich im Piesberger Gesellschaftshaus machen. Dort liegen alle Texte der insgesamt 15 Guckkästen aus.


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