Regentanz in Georgsmarienhütte „Hütte rockt“ trotz schlechten Wetters gut besucht

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Georgsmarienhütte. Ein abwechslungsreiches Musikprogramm, gute Stimmung im Publikum, keine negativen Zwischenfälle und insgesamt circa 2500 zahlende Besucher: Zur allgemeinen Zufriedenheit ist das diesjährige Hütte-Rockt-Festival zu Ende gegangen. Auch wenn es zum Auftakt des Open Airs viel regnete und die Wiesen schon bald ziemlich matschig waren: Am Freitagabend hörte der Regen auf, und am Samstag trübten nur zwei kurze Schauer den Festivalbesuch.

Die DLRG-Wasserrettung, die ihr Einsatzfahrzeug demonstrativ am Eingang zum Festivalareal geparkt hatte, brauchte glücklicherweise nicht in Aktion zu treten. „Ob die wohl Schlauchboote dabeihaben für den Fall, dass es noch mehr regnet“, spekulierten Besucher am verregneten Freitagnachmittag. Doch so krass sollte es nicht kommen. Im Gegenteil: Am ersten Festivaltag wurden trotz des Wetters mehr Besucher verzeichnet als am Samstag. Der Grund: der Wiedervereinigungsauftritt der Frog Bog Dosenband . Offenbar ist das Festival auf Gedeih und Verderb mit den Nonsens-Rockern aus Georgsmarienhütte verbandelt. In 2009, dem erfolgreichsten Jahr der Festivalgeschichte, feierte die Dosenband beim „Hütte rockt“ ihren Bühnenabschied. Danach kam der große Wetterreinfall im Jahr 2010 , der den Verein und das Festival beinahe ins Aus katapultierte. „In den Folgejahren hat sich der Verein finanziell langsam erholen können, weil uns unsere Partner vertraut haben“, erklärt Cheforganisator und Vereinsvorsitzender Marius Kleinheider. Umso mehr freut es ihn, dass der Verein mittlerweile wieder schuldenfrei ist und die diesjährige Veranstaltung eher zur positiven finanziellen Entwicklung beitragen wird: „Wir haben allein 1600 Kombi-Tickets für beide Tage verkauft. Dazu kommen die Tagesgäste und ein paar Tickets an der Abendkasse, sodass wir insgesamt auf etwa 2500 zahlende Gäste kommen. Das bedeutet, dass wir keinen Verlust machen, sondern dass vielleicht sogar ein paar Euro für die Vereinskasse übrig bleiben“, so Kleinheider.

Zu der positiven Bilanz beigetragen hat sicherlich das exklusive Konzert der Frog Bog Dosenband, die einmal mehr zahlreiche Fans mobilisierte. Aber auch viele regionale Bands wie Anthemdown , Therapiezentrum, Hi! Spencer und Purid hatten ihre Fangemeinden angelockt.

Besondere Aufmerksamkeit erzeugten unterhaltsame Programmpunkte wie der Auftritt des Blasorchesters Kloster Oesede, das den Festivalsamstag schon um 11.30 Uhr im Bierzelt eröffnete. Anders als die Blaskapelle in Wacken interpretierten die Oeseder keine bekannten Metalsongs, sondern spielten traditionelle Stücke.

Die Wohnraumhelden aus Hannover betätigten sich später als musizierende Pausenclowns: Eine Piaggio Ape, dieses urige italienische Dreiradgefährt, hatten Christoph Stein-Schneider, Ex-Mitglied von Fury In The Slaughterhouse, und sein Sidekick Fabian Schulz zur Minibühne umgebaut. Umgeben von indischen Gottheiten, agierten sie mit Gitarren, Keyboards und diversem Schlagwerk, um skurrile Lieder über Fleischsalat und Werbeslogans zu intonieren.

Dass es nicht immer nur Sauflieder sein müssen, bewies die Band Wirtz. Sänger Daniel wandelte sicher auf dem Grat zwischen gradlinigem, treibendem Rock mit feinen Untertönen sowie akustischen Akzenten und nachdenklichen Texten. Den Song „Frei“ widmete er allen Menschen, die „sich nur zwei Flugstunden entfernt im Krieg befinden“.

Unter keinem guten Stern stand derweil der Auftritt der Emil Bulls. Erst kamen die Münchener wegen eines Staus auf der Autobahn zu spät, dann hatten sie massive technische Probleme: Der Monitorsound im Ohr des Sängers wurde von einem Funksender auf dem Platz gestört.

Der Fehler wurde erst spät behoben, der Metalcore der Band mit seinen melodischen Elementen konnte nicht wirklich zünden. Doch das Publikum harrte bei einstelligen Temperaturen geduldig aus und feierte schließlich mit Mr. G and His Billy Boys das Festivalende in Rock-’n’-Roll-Manier.


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