Essbare Stadt Obst für alle Osnabrücker

Obst und Gemüse mitten in Osnabrück: Andere Städte machen es vor. Foto: dpaObst und Gemüse mitten in Osnabrück: Andere Städte machen es vor. Foto: dpa

Osnabrück. Wer möchte, kann auf dem Weg von der Arbeit nach Hause noch eben ein paar Tomaten fürs Abendessen am Wegesrand pflücken. Aber auch Möhren, Obst und Salate stehen zur Auswahl. So oder so ähnlich stellte es sich die Fraktion UWG/Piraten im Osnabrücker Rat wohl vor, als sie Anfang des Jahres vorschlug, aus Osnabrück eine „essbare Stadt“ zu machen. Was ist daraus geworden?

Die Idee: Auf öffentlichen Grünflächen wird Obst und Gemüse angebaut, und jeder Bürger kann sich bedienen. Beim Pflanzen und Pflegen muss er vorher nicht einmal helfen. Vorreiter beim öffentlichen „Urban Gardening“ (Gartenbau im städtischen Raum) ist die Stadt Andernach im rheinland-pfälzischen Landkreis Mayen-Koblenz. Andere Städte haben inzwischen nachgezogen. Anfang Februar beschloss auch der Osnabrücker Rat, das Konzept zumindest einmal von der Verwaltung prüfen zu lassen.

Diese Prüfung sei noch in Arbeit, sagt Finanzvorstand Thomas Fillep auf Anfrage unserer Zeitung. Vor allem die Kosten und die Auswirkungen auf die Umwelt sollten dabei ermittelt werden. Das könne sich bis Anfang des kommenden Jahres hinziehen. Derzeit seien die Mitarbeiter der Verwaltung vor allem mit der Aufstellung des Haushaltes beschäftigt.

Es zeichnet sich allerdings bereits ab, dass das Projekt nicht kostenlos zu haben sein wird. Personal muss eingeplant und bezahlt werden, das die öffentlichen Gärten im Auge behält. Fillep unterstreicht, dass es sich bei diesem Projekt um eine freiwillige Leistung der Stadt handeln würde. In Zeiten knapper Kassen braucht eine „essbare Stadt“ also viele politische Fürsprecher, um schließlich umgesetzt zu werden.

In Andernach hat sich die Idee aber offenbar bewährt: Seit 2010 werden hier Obst und Gemüse öffentlich angebaut. In jedem Jahr steht hier eine Nutzpflanze im Fokus. 2013 war zum Beispiel das Jahr des Kohls. Noch im Februar erhielt die Stadt dafür einen Preis des Magazins Zeit Wissen und der Initiative „Mut zur Nachhaltigkeit“.


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