Ein Artikel der Redaktion

Von Elektrotechnik bis Phacelia-Samen 50 angehende Landwirte im Berufswettbewerb an der BBS Haste

Von Anke Herbers-Gehrs | 23.02.2019, 17:30 Uhr

Statt Unterricht gab es jetzt für die Landwirtschaftsschüler der BBS Haste eine Prüfung der besonderen Art: Die Teilnahme am Berufswettbewerb der deutschen Landjugend. 50 Schüler zeigten ihr Können in Zweierteams an fünf Stationen. Die zwei besten qualifizierten sich damit für die Teilnahme am Landesentscheid.

Zwölf Pappschälchen stehen auf dem Tisch, gefüllt mit kleinen Körnchen. Drum herum vier junge Menschen, die ganz genau hinsehen: „Das ist auf jeden Fall Roggen! Das kenn ich!“ – Es gilt, verschiedene Samen und Futtermittel zu erkennen. Und zwar nicht so einfache wie Mais oder Hafer, nein, in den Pappschälchen liegen zum Beispiel Phacelia- oder Serradella-Samen. Auch Triticale, die Kreuzung zwischen Weizen und Roggen, sollen die angehenden Landwirte identifizieren können. „Das ist eine richtig schwere Aufgabe“, sagt Ulrike Schulze. Die ehemalige Landwirtschaftsschülerin der BBS unterstützt den Wettbewerb als Jurorin und passt genau auf, dass keiner der Schüler sein Handy als Hilfe zückt.

Der Geruch der Kiefer

Neben den Samen müssen die Schüler auch vier verschiedene Hölzer und Metalle zuordnen, Werkstoffe, die zum Alltagsgeschäft gehören. „Frisch geschlagene Kiefer kann man gut am Geruch erkennen“, meint Jakob Haas. „Aber diese Klötze haben schon zu lange gelegen.“ Ihm und seinem Teamkollegen Paul Schulte im Rodde hat der Wettbewerbstag gut gefallen, vor allem, weil sie bald Zwischenprüfung machen. „So konnten wir gut überprüfen, was wir wissen und wo man noch was lernen könnte.“

Ganz praktisch ging es in der Werkstatt zu. Hier hieß es, Kabel und Stecker zusammenzubauen, um einen funktionierenden Stecker für die Anhängerkupplung zu bekommen. Das hatten einige im Unterricht bereits probiert, andere kannten so etwas von zu Hause, wie Stefanie Brüggemann. „Bisschen knifflig, aber ging wohl“, meinte sie zum Schwierigkeitsgrad der Aufgabe.

Allgemeinbildung gefragt

An zwei Stationen wurde theoretisches Wissen abgefragt, teils fachspezifisch – wie berechnet man die richtige Düngermenge? – teils Allgemeinbildung: Wann wurde die BRD gegründet?

An der fünften und letzten Station schließlich mussten die Auszubildenden zeigen, dass sie sich auch präsentieren können. Aufgabe war, ihren Ausbildungs- oder Wunschbetrieb in Wort und Bild in drei Minuten vorzustellen. Alternativ konnten sie auch die Vorteile oder Nachteile beschreiben, die sich ergeben, wenn man als Auszubildender direkt auf dem Ausbildungsbetrieb wohnt.

„Die Aufgaben sind landesweit gleich. Es ist ein berufsständischer Wettbewerb, der alle zwei Jahre stattfindet. Und wir hatten auch schon Schüler von der BBS im Bundesentscheid“, so Hilko Meyer, stellvertretender Schulleiter und als Abteilungsleiter Agrarwirtschaft für die Betreuung des Wettbewerbs zuständig, den die Schule gemeinsam mit dem Hauptverband des Osnabrücker Landvolk ausrichtete.

Das Landvolk war auch für die Preise zuständig, jeweils ein Gutschein der Firma Raiffeisen im Wert von 15 Euro, die überreicht wurden von Johannes Schürbrock, dem Vorsitzenden des Landvolk-Kreisverbandes Bersenbrück. Der Berufswettbewerb findet zum 34. Mal statt und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Grüne Berufe #landgemacht: Qualität. Vertrauen. Zukunft“. Bis zum Bundesentscheid im Juni werden über 10.000 junge Menschen aus Land-, Haus-, Tier- und Forstwirtschaft sowie Weinbau teilnehmen.