Cap Anamur vor Ort „Hochrisiko-Einsatz“ bei Ebola-Patienten

Screening, strenge Hygieneregeln und Prävention: Die Spezialisten, die in die Ebola-Krisenregionen arbeiten, werden auf die Arbeit auf der Isolierstation gründlich vorbereitet. Symbolfoto: dpaScreening, strenge Hygieneregeln und Prävention: Die Spezialisten, die in die Ebola-Krisenregionen arbeiten, werden auf die Arbeit auf der Isolierstation gründlich vorbereitet. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist noch lange nicht unter Kontrolle. „Die Lage ist hochdramatisch“, sagt Bernd Göken, Geschäftsführer vom Verein „Cap Anamur – Deutsche Not-Ärzte“. Fünf Mitarbeiter des Vereins sind derzeit in Sierra Leone vor Ort – teils im „Hochrisiko-Einsatz“.

Die Ebola-Seuche hat sich rasend schnell verbreitet und ist nach Angaben von Experten von Anfang an unterschätzt worden. In den vier direkt betroffenen Ländern Liberia, Nigeria, Guinea und Sierra Leone starben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher 1229 Menschen. Allein zwischen dem 14. und 16. August seien 113 neue Fälle gemeldet worden, teilte die Organisation am Dienstag mit.

Alle Deutschen, die nicht für die humanitäre Hilfe im Land sind, hat das Auswärtige Amt bereits zur Ausreise aufgefordert . Keine Besonderheit für den Verein Cap Anamur, der vor allem in Krisenregionen im Einsatz ist. Trotzdem: „In Sierra Leone müssen wir gerade ganz wachsam sein“, sagt Sprecher Göken. „Mitarbeiter, die sich selbst unsicher fühlen, dürfen das Land sofort verlassen“, betont Göken. Auch ein 26-Jähriger aus Hilter ist als Mitarbeiter vor Ort im Einsatz – als Sozialarbeiter, Mediator, Logistiker und momentan wegen Ebola verschärft in der Aufklärungsarbeit tätig. Bisher ist niemand von „Cap Anamur“ zurück in die Heimat geflogen. „Wenn wir die Lage als zu gefährlich einschätzen, zieht der Verein die Leute ab.“

Der Vorsitzende des Vereins „Cap Anamur“, Werner Strahl, ist nach Sierra Leone gereist, um zu sehen, wie die Arbeit in der Hauptstadt Freetown fortgesetzt werden kann. Für die Mitarbeiter im Kinderkrankenhaus des Vereins ist das ein „Hochrisiko-Einsatz.“ Es ist das einzige reine Kinderkrankenhaus in Sierra Leone, eines mit 250 Betten. Doch auch hier stößt die Behandlung an ihre Grenzen. Für Ebola-Patienten gelten strenge Hygiene-Regel, sie müssen auf einer Quarantäne-Station behandelt werden. „Wer hat Ebola und wer nicht?“, stellt Göken die schwierige Lage dar. „Fast alle Kinder weisen Ebola-typische Symptome auf – Fieber etwa“, sagt er. Nicht immer müsse es das gefährliche Virus sein, sobald sich allerdings der Verdacht ergebe, müssen die Patienten isoliert werden. „Das bleibt eine große logistische Herausforderung.“


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