Braun & Hammer – Narzissmus brutal Osnabrücker Psychologen schreiben über seelische Abgründe

Von Uta Biestmann-Kotte

Psychologen und Buchautoren: Heinz-Gerhard Witte und Holger Schmidt. Foto: PRPsychologen und Buchautoren: Heinz-Gerhard Witte und Holger Schmidt. Foto: PR

Osnabrück. Theodor Konrad Wolf ist ein Ekel. Sein Unwille, sich mit seiner Psyche auseinanderzusetzen, bringt Therapeut Tilmann Braun auf die Palme. Lediglich mit seinem Freund und Kollegen Peer Hammer kann sich Tilmann über den schwierigen Patienten mit den verdächtigen Schweißausbrüchen und aggressiven Ausfällen austauschen.

Mit ihrem kürzlich erschienenen Erstlingswerk „Braun & Hammer – Narzissmus brutal“ legen die Osnabrücker Psychologen Heinz-Gerhard Witte und Holger Schmidt einen vielschichtigen Roman vor, in dem sich Krimi, therapeutische Gespräche und seelische Abgründe vermischen. Anders als in einem klassischen Kriminalroman geht es dabei weniger um die Aufklärung eines Verbrechens als vielmehr um den psychischen Prozess einer narzisstischen Persönlichkeit von Gewaltfantasien zu Brutalität.

Daneben geben die Autoren immer wieder Einblicke ins Privatleben der beiden Psychologen: Während Tilmann mit Ehefrau und Tochter ein harmonisches Familienleben führt, bewohnt Peer mit seinem Lebensgefährten eine Stadtrandvilla.

Im Zentrum der Handlung steht indes vor allem die unheilvolle psychische Entwicklung von Theodor Konrad, der als Kind vom Vater abgelehnt, von der Mutter überbehütet und vom Onkel sexuell missbraucht wurde. Zunehmend in seiner eigenen Welt lebend, entwickelt sich der Narzissmus des arbeitslosen IT-Kaufmanns zu brutalen Allmachtsfantasien, auf deren Höhepunkt er Jobcenter-Sachbearbeiterin Tamara zu perversen Sexspielen nötigt und die Zerstörung von Tilmann Brauns glücklichem Familienleben plant: Narzissmus brutal.

Heinz-Gerhard Witte, Holger Schmidt: „Braun & Hammer – Narzissmus brutal“. Osnabrück: Provoke Media. 320 Seiten. 14,80 Euro. ISBN 978-3-9816409-3-9.