Über die Lehre ins Studium Unternehmen werben in Osnabrücker Schulen um Auszubildende

Die Kooperation zwischen R&R Ice Cream, der Möser-Realschule und der IHK besiegelten (v. l.) Siegfried Rodefeld, Maria Deuling und Markus Gerling mit ihrer Unterschrift. Foto: GründelDie Kooperation zwischen R&R Ice Cream, der Möser-Realschule und der IHK besiegelten (v. l.) Siegfried Rodefeld, Maria Deuling und Markus Gerling mit ihrer Unterschrift. Foto: Gründel

Osnabrück. Schenkt man den Unternehmen Glauben, so wird es für sie immer schwieriger, geeigneten Nachwuchs für ihre Facharbeiterstellen zu finden. Es gibt Lehrberufe, die entweder unbekannt oder unbeliebt oder beides sind – häufig zu unrecht. Möser Realschule und R&R Ice Cream Deutschland sind jetzt unter Federführung der Industrie- und Handelskammer eine Kooperation eingegangen, die Schule und auszubildenden Betrieb dauerhaft einander näherbringen soll.

Mit dieser Kooperation setzt sich ein Trend fort, der vor etlichen Jahren in den technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen seinen Anfang nahm. Zunehmend gingen in erster Linie große Unternehmen direkt in die Hochschulen, um dort die Studentenschaft noch vor Abschluss des Studiums für ihre Jobangebote zu sensibilisieren.

Was im akademischen Bereich seinen Anfang nahm, findet nun verstärkt auch für das duale Ausbildungssystem seine Entsprechung. Firmen versuchen in den Schulen potenzielle Bewerber auf ihr Lehrstellenangebot aufmerksam zu machen. Oft sind die Kammern mit von der Partie. Die Zusammenarbeit ist eingeschlossen in das IHK-Projekt „Schule-Wirtschaft“. Dessen Ziel ist es, Schülern den Übergang in den Beruf zu erleichtern und Betriebe bei der Sicherung des Fachkräftenachwuchses zu unterstützen.

„Für unsere Schüler gibt es die Möglichkeit, ein großes Wirtschaftsunternehmen in regionaler Nähe kennenzulernen“, so Schulleiter Markus Gerling während der Vertragsunterzeichnung. „Wir müssen sehen, dass wir frühzeitig Fachkräfte gewinnen“, beschreibt Siegfried Rodefeld, Personalmanager bei R&R Ice Cream, die in einigen Ausbildungsberufen prekäre Situation für sein Unternehmen. Bei dem in Sutthausen ansässigen Unternehmen sind es Mechatroniker und Fachkräfte für Lebensmitteltechnologie, die fehlen.

Der Gang in die Schule ist für R&R neben der Präsenz auf Ausbildungsmessen ein Weg, junge Leute für diese Berufe zu gewinnen. Dabei sind nicht mehr nur die Personalmanager die Hauptakteure, sondern vielmehr Auszubildende, die ihren Altersgenossen aus dem Ausbildungsalltag berichten und ihnen bei Fragen Rede und Antwort stehen. „Es ist wichtig, die jungen Leute dazu zu bewegen, links und rechts des Mainstreams nach einer Ausbildung zu suchen“, so Rodefeld. Im technisch-gewerblichen Bereich plätschern jährlich nur wenige Bewerbungsmappen in den Eingangskorb, von denen dann auch noch einige mangels Befähigung aussortiert werden müssen.

Schulleiter Gerling sieht aber noch einen anderen Ansatz. „Wir müssen auch an die Eltern ran, die eine schulische Ausbildung für die bessere halten. Das ist nicht der Fall. Auch das duale System lässt enorme Karrierechancen zu.“ Die IHK unterstützt diese Bestrebungen. Das Projekt bietet Schülern die Chance, Berufe kennenzulernen, die sonst nicht auf den Bewerbungslisten der Schüler stehen“, sagt IHK-Bildungsreferentin Maria Deuling. Vielen Schulabgängern seien die Möglichkeiten und Karrierechancen im dualen Ausbildungssystem unbekannt, so Deuling weiter.

Ganz praktisch sieht die Kooperation zwischen R&R und der Möser-Realschule einen regelmäßigen Austausch zwischen Schule und Unternehmen vor. R&R-Mitarbeiter werden in die Schule gehen, um dort über die Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Vor allem aber sind die Schüler im Unternehmen zu Praktika und Betriebsführungen eingeladen, die ihnen intensive Einblicke in potenzielle Ausbildungsberufe geben sollen.


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