CD-Tipp „Shadowplay“ von Hans Castrup

Hans Castrup
              
              Foto: Egmont SeilerHans Castrup Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Der Osnabrücker Künstler hat eine spannende CD herausgebracht: „Shadowplay“ heißt sie.

Die CD startet mit einem chilligen Epos, das entspannte Minuten an einem sonnigen Tag verspricht. „From Here To…“ heißt der Opener, und zu Recht weiß man nicht, wohin die musikalische Reise diesmal führt. Denn wer Hans Castrup kennt, weiß, dass die Musik auf „Shadowplay“ nicht so loungig wie beim Einstieg bleibt.

Der Osnabrücker Künstler versteht sich als Grenzgänger, der sowohl auf Leinwand als auch in seinen Kompositionen mit Fundstücken arbeitet, diese mit freien Improvisationen collagiert, hier ein minimalistisches Thema einfügt oder es gar als Grundlage für ein Bild oder ein Stück einsetzt.

Schon in den 1980er-Jahren arbeitete Castrup auf der Basis des Experiments. Poison Dwarfs hieß die Band, die er zusammen mit Ralf-Dieter Dlubatz gründete. Absurde Texte, mal Deutsch, mal Englisch, düstere Geräusch-Eruptionen, Elektrobeats, freejazzige Passagen, gesampelte Außenaufnahmen wie moderne Field Recordings, aber auch Melodisches mixte das Projekt zu abenteuerlichen Klangexkursionen. An dem Prinzip der freien Assoziation hält Castrup auch heute fest. Viel Elektronisches und wenig Vokales ist in den zwölf Tracks auf „Shadowplay“ zu hören. Wie in seinen Bildern lässt er die Emotionen zirkulieren. Mal driftet er ins radikale Niemandsland, mal harmonisiert er die Sounds in Eintracht, um dann auf der Suche nach Neuem jegliche Konventionen über Bord zu werfen. Bei der aufnahmetechnischen Realisation war Castrup ein alter Bekannter behilflich: Für das Mastering sorgte Martin Englert, der früher mit Bands wie Prince of the Blood oder Hoover unterwegs war. Auf Youtube veröffentlichte Castrup artifizielle Videos zu seinen Stücken.

Hans Castrup:„Shadowplay“ (Karlrecords) .


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