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50-Kilo-Blindgänger Bombe im Hasepark um 22.05 Uhr gesprengt

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dk/ski Osnabrück. Die Bombe im Hasepark ist am Dienstagabend um 22.05 gesprengt worden. Zunächst hatte es von der Stadt noch geheißen, die Bombe solle um 23 Uhr gesprengt werden. Der Bahnverkehr wurde für 10 Minuten gesperrt. Die Sperrung ist aufgehoben.

Laut Plan A sollte alles ganz einfach sein : Gelände räumen, Bombe freilegen, Bombe entschärfen – fertig. Das sah der amerikanische 50-Kilo-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg aber ganz anders. Sein konventioneller Zünder ließ sich nicht entfernen, sodass Sprengmeister Clemens Stolte vom Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) zum äußersten greifen musste: die kontrollierte Sprengung.

Um etwa 22.05 Uhr war es dann so weit. Mit einem kräftigen Wumms war der Blindgänger, der etwa 70 Jahre auf dem Gelände des Güterbahnhofs geruht hatte, Geschichte. Aufatmen bei Jürgen Wiethäuper vom Fachbereich Bürger und Ordnung, der auch bei dieser Bombenräumung die organisatorischen Fäden in der Hand hielt. Aufatmen sicherlich auch bei der Deutschen Bahn, die ihre Züge wieder fahren lassen konnte. Zwar war der Personenverkehr auf der Strecke Osnabrück Hannover so gut wie nicht tangiert, der Güterverkehr allerdings staute sich.

Evakuierung überschaubar

Dabei hatte alles ganz entspannt angefangen. Das weitläufige Gebiet, in großen Teilen eine Industriebrache, ist ohnehin in den Abendstunden so gut wie menschenleer. Die notwendige Evakuierungsmaßnahme war denn auch im Gegensatz zu früheren Bombenräumungen sehr überschaubar. Lediglich drei Personen sind in dem betroffenen Bereich gemeldet. Dennoch kämmten OS-Team und Polizei das Gelände durch – und wurden fündig. Ein junges Päarchen wurde entdeckt. Man habe doch nur mal für sich sein wollen, zeigten sich die beiden enttäuscht, dass ihnen die Ordnungshüter einen Strich durch das geplante Miteinander machten.

Nachdem das Gelände geräumt war, machten sich die Männer vom KBD daran, die Bombe freizulegen. Zunächst dominierte noch Optimusmus, dass sich das 50-Kilo-Monster würde entschärfen lassen. Dann aber musste Sprengmeister Clemens Stolte doch vor dem Zünder kapitulieren. Wahrscheinlich durch den Aufprall verzogen, ließ er sich nicht aus dem Bombenkörper herausdrehen.

Brötchen und Wurst

Damit war die Stunde der 14 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks gekommen, die zwischenzeitlich mit Brötchen und Wurst für anhaltend gute Laune gesorgt hatte. Die Männer und Frauen befüllten gemeinsam mit den Feuerwehren Neustadt und Eversburg einen Wassersack mit 24 000 Litern Wasser, den Stolte als Dämmmaterial über die Bombe legte. Dann ging alles ganz schnell. Eine kurze Zündung, ein kräftiger Rumms und in Osnabrück gibt es wieder einen Blindgänger weniger.

Die Kosten für die Bombenräumung muss der Grundstückseigentümer tragen.


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