Sozialplan aufgestellt 37 Kündigungen bei Valmet Automotive in Osnabrück

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Beim Cabriodach-Hersteller Valmet Automotive in Osnabrück müssen zum 1. September 37 Mitarbeiter gehen. Foto: ValmetBeim Cabriodach-Hersteller Valmet Automotive in Osnabrück müssen zum 1. September 37 Mitarbeiter gehen. Foto: Valmet

Osnabrück. Beim Cabriodach-Hersteller Valmet Automotive in Osnabrück verlieren 37 Mitarbeiter zum 1. September ihren Arbeitsplatz. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Die Kündigungen sind der erste Teil eines Sanierungsplans für das Unternehmen. Anfang Juni war bekannt geworden, dass Valmet die Produktion bis ins Jahr 2017 ins polinische Zary verlegen will – insgesamt 230 Mitarbeiter arbeiten in dieser Sparte. Ein jetzt mit Arbeitnehmervertretern vereinbarter Sozialplan sieht vor, dass die Betroffenen zum 1. September in eine Transfergesellschaft wechseln.

Bis zu zwölf Monate erhalten die Valmet-Mitarbeiter bei der J.E.T. Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Die Adresse sei von Arbeitnehmervertretern und Unternehmensleitung gemeinsam ausgesucht worden. Der Beschäftigungsverlust werde damit sozial abgefedert, sagt Geschäftsführer Bernhard Thünemann. „Wir haben uns heute Luft verschafft, um das Unternehmen auf eine tragfähige wirtschaftliche Basis zu stellen.“

Laut der Mitteilung hat Valmet Automotive zugesagt, das Kurzarbeitergeld, das den 37 Mitarbeitern in dieser Zeit gezahlt wird, um 16,5 Prozent aufzustocken. Zudem erhalten die Gekündigten eine Abfindung in Höhe von 0,25 Bruttomonatsgehältern je Beschäftigungsjahr. Nach Informationen unserer Zeitung sind zudem Aufhebungsverträge in geringer Anzahl vereinbart worden.

Für die anderen Mitarbeiter soll es im Gegenzug wieder mehr Geld geben. Der eigentlich bis Ende 2014 gültige Sondertarifvertrag werde vorzeitig geändert: Rückwirkend zum 1. Juli wird der monatliche Lohnverzicht von fünf Prozent aufgehoben, teilt Valmet mit. Urlaubs- und Weihnachtsgeld werde ab dem kommenden Jahr wieder ausgezahlt – ab Jahreswechsel gelte wieder der übliche Branchentarifvertrag.

Ob es in nächster Zeit zu weiteren Kündigungen kommt, sei derzeit nicht abzusehen. Dies hänge von der Auslastung der Verdeckproduktion ab.

Nach dem Jahr 2017 soll in Osnabrück lediglich die Entwicklungsabteilung mit rund 100 Mitarbeitern verbleiben, während die Cabriodächer dann ausschließlich im polnischen Zary gefertigt werden. Dass niedrigere Lohnkosten dabei eine entscheidende Rolle spielen, erklärt selbst Geschäftsführer Thünemann: „Mit diesem Konzept verbinden wir unsere ausgewiesene Entwicklerexpertise in Osnabrück mit einer optimalen Kostenstruktur in Zary.“ Mit dem Umbau entstehe ein „intelligenter Entwicklungs- und Fertigungsverbund“.

Die Gewerkschaft IG Metall begrüßt den Sozialplan. Es sei bei dem bevorstehenden Ende der Produktion in Osnabrück die „bessere der schlechten Lösungen“, sagt Peter Spiekermann, erster Bevollmächtiger der Gewerkschaft in Osnabrück. „So erhalten die verbleibenden Mitarbeiter eine Perspektive.“

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