An der Seite der Mitarbeiter Osnabrücker Rat mahnt Ameos-Zentrale

Demo in Osnabrück. Ameos-Beschäftigte fordern einen Tarifvertrag. Foto: Gert WestdörpDemo in Osnabrück. Ameos-Beschäftigte fordern einen Tarifvertrag. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Der Rat der Stadt Osnabrück hat der Ameos-Zentrale in der Schweiz die Leviten gelesen. Der „verantwortungslose Umgang mit den Mitarbeitern“, wie es SPD-Fraktionschef Frank Henning ausdrückte, müsse beendet werden und die Geschäftsleitung an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Der Arbeitgeber hatte 2013 den Tarifvertrag für die Stammbeschäftigten gekündigt. 845 Mitarbeiter arbeiten in dem 2007 vom Land privatisierten Krankenhaus, darunter sind nach Gewerkschaftsangaben 140 Leiharbeiter und 100 studentische Hilfskräfte. Der Stadtrat unterstützte einhellig die Forderung der Beschäftigten nach einem Tarifvertrag.

In der von der SPD beantragten Aktuellen Stunde warf Henning der Ameos-Geschäftsführung vor, Gewinne auf Kosten der Mitarbeiter und Patienten zu erzielen. 7,5 Millionen Euro Gewinn weise die Osnabrücker Klinik pro Jahr aus. Auf der anderen Seite erhielten die Leiharbeiter ein Drittel weniger Gehalt als die Stammbelegschaft. Fachpersonal werde durch studentische Hilfskräfte und Freiwilligendienstler ersetzt. „Der vermehrte Polizeieinsatz zeigt, dass etwas bei Ameos nicht stimmt“, sagte Henning.

Ähnlich äußerten sich Fritz Brickwedde (CDU), Anke Jacobsen (Grüne) und Thomas Thiele (FDP). Giesela Brandes-Steggewentz (Linke) beklagte, „dass alles, was wir befürchtet haben, nach der Privatisierung eingetreten ist“.

Gerhard Schrader (CDU), Betriebsrat bei VW, bekundete die Solidarität der VW-Belegschaft mit den Ameos-Mitarbeitern. Er verwies darauf, dass im Ameos-Klinikum auch hoheitliche Aufgaben im Strafvollzug ausgeführt werden. Das Land müsse sicherstellen, dass solche Aufgaben nur von tariftreuen Firmen ausgeführt werden, forderte Schrader.


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