Keine Angst vor Chemie Osnabrücker Schülerinnen zu Gast im Hochschullabor

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Zur Herstellung von Stärkefolie gießen Nora, Denise und Julia die erhitzte stärkehaltige Flüssigkeit auf einen Bratenschlauch, wo sie anschließend trocknen muss. Foto: Egmont SeilerZur Herstellung von Stärkefolie gießen Nora, Denise und Julia die erhitzte stärkehaltige Flüssigkeit auf einen Bratenschlauch, wo sie anschließend trocknen muss. Foto: Egmont Seiler

jze Osnabrück. In einer Projektwoche an ihrer Schule haben jetzt 15 Schülerinnen des Ratsgymnasiums vier Tage lang ihre Klassenzimmer gegen Labore der Hochschule eingetauscht. Darin durften die Zehntklässlerinnen unter Anleitung von Mitarbeitern der Fakultät „Ingenieurwissenschaften und Informatik“ chemische Versuche rund um das Thema Kunststoffe und Nachhaltigkeit durchführen.

Dass nur Mädchen an dem Projekt teilnahmen, war Absicht, wie Lehrerin Claudia Marquard berichtete: „Unser Ziel ist es, dass die Schülerinnen ihre Scheu vor naturwissenschaftlichen Fächern ablegen und sich auf die spannenden Inhalte einlassen.“

So untersuchten die Mädchen unter anderem die Eigenschaften von Kunststoffen oder erfuhren etwas über deren Verwendung in der Dentaltechnik. Am dritten Tag ihrer Forschungsreise stellten die Schülerinnen dann eine Folie aus Stärke her. „Wir vermischen Stärke aus Kartoffeln oder Mais mit Wasser und Glycerin, um am Ende eine umweltfreundliche Folie zu erhalten“, erklärte die wissenschaftliche Mitarbeiterin Silvia Ott.

Den Schülerinnen gefiel der Ausflug in die Hochschule gut. „Wir haben hier ganz andere Möglichkeiten als in der Schule und können vielfältigere Versuche machen“, freute sich Julia Erentraut. Die 16-Jährige denkt zwar schon seit Längerem darüber nach, Pharmazie zu studieren, hat aber auch nach den Projekttagen noch großen Respekt vor dem Chemieanteil des Studiums. „Da Chemie ein äußerst anspruchsvolles Fach ist, muss ich mir das noch gut überlegen.“

Für Ulrike Heuer von der Hochschule waren die vier Tage ein Erfolg: „Wir versuchen immer wieder, Schüler über unsere anwendungsorientierten und praxisnahen Studiengänge zu informieren, weil sich viele Schüler zum Beispiel unter einem Fach wie Verfahrenstechnik gar nichts vorstellen können.“ Aus diesem Grund wollen das Ratsgymnasium und die Hochschule ihre Zusammenarbeit künftig intensivieren und Schülern auch abseits von Projekttagen die Möglichkeit geben, in den Laboren der Hochschule zu forschen.


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