Osnabrücker Orgelsommer Programme fürs Herz und für den Kopf

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Legen Hand an die kleine Domorgel: Domkantorin Julia Arling (von links), Carsten Zündorf, Godehard Nadler, Dominique Sauer, Christian Joppich, Arne Hatje und Clemens Breitschaft. Foto: Jörn MartensLegen Hand an die kleine Domorgel: Domkantorin Julia Arling (von links), Carsten Zündorf, Godehard Nadler, Dominique Sauer, Christian Joppich, Arne Hatje und Clemens Breitschaft. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Nun startet er wieder, der Publikumsmagnet seit vielen Jahren, der Osnabrücker Orgelsommer. Die fünf Organisten wollen in ihren jeweiligen Programm-Mischungen etwas für den Kopf und fürs Herz anbieten.

„Dieses Jahr ist der Orgelsommer noch bunter“, meint Christian Joppich, doch der Schalk guckt ihm dabei aus den Augen. Des Rätsels Lösung: Das Programmheft ist dieses Jahr farbig gedruckt, der Orgelsommer selbst jedoch war immer schon bunt, und für Änderungen könnte man sich daher auch kaum Gründe vorstellen.

„Wir hatten mal überlegt, die einzelnen Titel durch Nummerngirls ansagen zu lassen“, behauptet flapsig Arne Hatje, und Kollege Godehard Nadler sekundiert sofort: „Wir haben nur kein Girl gefunden.“ Die Organisten im Ökumenischen Kantorenkonvent verstehen sich bekanntlich gut und sind eben auch gerne für lockere Scherze zu haben.

Etwas ernsthafter, dafür aber ziemlich bescheiden formuliert Dominique Sauer die Ansprüche an den Orgelsommer: „Wir versuchen, die Programme nicht zu lang werden zu lassen, und sie sollen nicht ermüden.“

Dabei ist die Reihe doch jedes Jahr ein echter Publikumsmagnet. Wie gehabt wird in den Sommerferien fünf Wochen lang der Ökumenische Kantorenkonvent das musikalische Sommerloch füllen. Jeweils dienstags um 20.15 Uhr werden der Reihe nach die Orgeln im Dom, St. Marien, St. Joseph, St. Johann und St. Katharinen erklingen.

Wie üblich spielen vier der Osnabrücker Organisten und dazu ein Gast, dessen Wurzeln in Osnabrück liegen, in diesem Jahr ist es einmal wieder Wolfgang Abendroth aus Düsseldorf.

Christian Joppich, Arne Hatje und Dominique Sauer spielen, auch das nach alter Orgelsommer-Sitte, nicht an ihren eigenen Orgeln, sondern an denen der benachbarten Kirchen.

Den Reiz für die Organisten beschreibt Dominique Sauer: „Wir versuchen Programme zusammenzustellen, die auf die jeweiligen Orgeln gut passen. Unsere Orgeln sind ja unterschiedlich, und wenn ich in Marien spiele, dann muss ich natürlich ein anderes Programm machen, als wenn ich in St. Johann spiele. Dann spielt man auch mal etwas, das man zu Hause vielleicht nicht so häufig macht, weil es da nicht so geeignet ist.“

Dominique Sauer spielt in seinem Programm auch recht unbekannte Komponisten wie Kittel oder Rinck. „Ich suche auch gerne etwas Heiteres für den Orgelsommer aus, und dann kommt man schon mal auf Literatur, die nicht so zum Standard gehört.“

Godehard Nadler spielt „zu Hause“ in St. Joseph und möchte noch einmal die nach dem Kirchenumbau neu eingerichtete Orgel vorstellen. „Ich habe Buntvieh in meinem Programm“, meint er, „keine richtig großen Werke, sondern quasi Miniaturen, wo aber jedes Stück eine völlig andere Klangfarbe hat.“

Worauf die Organisten bei der Gestaltung der Programme außerdem Wert legen, verrät Arne Hatje: „In jedem Programm ist immer etwas fürs Herz mit dabei, aber auch für den Kopf. Es muss immer gut durchmischt sein.“

Ein Beispiel dafür mag gleich das erste Programm sein, das Christian Joppich an der Domorgel spielen wird. Er spielt französische Komponisten, Musik von Franck und Widor, doch ein Werk von Olivier Messiaen steht am Beginn, und das ist vielleicht eher etwas für den Kopf. „Man muss sagen, dass sich das Osnabrücker Publikum auch anspruchsvollerer Musik öffnet“, sagt Arne Hatje. Und Christian Joppich meint ohnehin, diesen „Kampf zwischen Leben und Tod“, eines der früheren Werke Messiaens, könne man noch recht problemlos hören.

Osnabrücker Orgelsommer, jeweils dienstags zwischen 5. August und 2. September, 20.15 Uhr. Eintritt frei.


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