Zusammenarbeit mit Zoo Osnabrück Studenten entwickeln Online-Shop für Orang-Utan Buschi

Affenstarke Konzepte für den Internethandel mit Buschi-Produkten entwickelten jetzt Studenten der Hochschule Osnabrück. Zoo-Geschäftsführer Andreas Busemann (l.) und Prof. Andreas Schmidt (2.v.l.) sind mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Gut möglich, dass der Online-Shop demnächst in die Tat umgesetzt wird. Foto: Elvira PartonAffenstarke Konzepte für den Internethandel mit Buschi-Produkten entwickelten jetzt Studenten der Hochschule Osnabrück. Zoo-Geschäftsführer Andreas Busemann (l.) und Prof. Andreas Schmidt (2.v.l.) sind mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Gut möglich, dass der Online-Shop demnächst in die Tat umgesetzt wird. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Beim Einsammeln von Geld für das neue Menschenaffen-Haus dringt der Zoo Osnabrück möglicherweise in den Internethandel vor. Studenten der Hochschule entwickelten Konzepte für einen Onlineshop, in dem Artikel zugunsten von Orang-Utan Buschi verkauft werden können.

Im Rahmen der Spendenkampagne „Wir für Buschi“ hält das wahrscheinlich berühmteste Tier vom Schölerberg seinen Kopf bereits für allerlei Produkte hin, die dringend benötigte Mittel in die Kassen des fast subventionsfrei arbeitenden Zoos spülen: Es gibt Buschi-Schokolade, Buschi-Schuhe und Buschi-Kaffee. Bis zu Buschi-Kugelschreibern, Buschi-Regenschirmen und Buschi-Kaffeemaschinen ist es da kein weiter Weg mehr. Nur einen Laden, in dem all das gebündelt erhältlich ist, gibt es noch nicht.

Die Betonung liegt auf noch: Denn angehende Betriebswirte und Manager haben im Auftrag des Zoos gemeinsam die Voraussetzungen für einen webbasierten Warenvertrieb geschaffen.

Unter der Leitung von Wirtschaftsinformatik-Professor Andreas Schmidt grübelten acht Teilnehmer der Lehrveranstaltung „E-Business“ (elektronischer Handel) in zwei Gruppen im Sommersemester darüber, wie ein Online-Shop für Buschi aussehen müsste. Für die Studenten ein willkommener Aufhänger, eine ansonsten eher trocken anmutende Materie von vorne bis hinten zu durchblicken. Denn die „ökonomischen, technischen und organisatorischen Aspekte einer vernetzten Geschäftsabwicklung zu verstehen, zu analysieren und zu optimieren“, wie Dozent Schmidt das Seminarziel formulierte, geht einem vermutlich viel leichter von der Hand, wenn das Praxisbeispiel ein rotbraunes Zottelfell und wulstige Backen hat.

Kein Papiertiger

Die Studenten stellten sich also die Frage, ob der Buschi-Shop etwa ein eigenes, teures Lager erfordert. Oder ob es nicht klüger sei, Bestellungen an die einzelnen Produkthersteller weiterzuleiten – und so die Kosten für den Zoo gering zu halten. Sie überlegten, welches Bezahlsystem sich am besten eignen würde, testeten Computerprogramme zur Kundenverwaltung und machten sich Gedanken über die Werbung. Schließlich gossen sie ihre Ideen in möglichst ansprechende und leicht zu bedienende Internetseiten, die sie jetzt dem Zoo-Geschäftsführer Andreas Busemann vorführten.

Der zeigte sich überwältigt davon, „wie viel Kreativität und Know-how“ in den studentischen Entwürfen steckten. Sie belegten einmal mehr, wie sehr sich die Zusammenarbeit mit den Osnabrücker Hochschulen für den Zoo lohne, so Busemann. Denn auch bei der Preisfindung oder in Angelegenheiten der Hausmeisterei greife der Zoo bereits auf deren Kompetenz zurück.

Geht es nach dem Geschäftsführer, soll auch der Buschi-Onlineshop kein Papiertiger bleiben. „Wir haben jetzt die Option, Waren zu vertreiben, die uns die Zoopartner zur Verfügung stellen. Und wir wollen das in die Praxis umsetzen“, sagte Busemann. Vorher allerdings müsse der Zoo „noch einmal über Kosten und Nutzen beraten“. Außerdem stehe noch nicht fest, wie viele Buschi-Produkte es nun tatsächlich geben wird.

Doch wenn es zur Umsetzung eines Onlineshop-Konzepts kommt, dann wohl bald. Denn die Spendenaktion „Wir für Buschi“ ist zunächst bis Ende 2015 befristet. 1,6 Millionen Euro will der Zoo dann für den tempelartigen Umbau des Menschenaffen-Hauses aufbringen. Im Moment steht das Spendenbarometer laut Busemann bei etwa 400.000 Euro.


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