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Jüdische Gemeinde verärgert Kleine Provokationen bei Nahost-Friedensdemo in Osnabrück

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Osnabrück. Am Freitagnachmittag demonstrierten auf dem Osnabrücker Theatervorplatz palästinensische und jüdische Vertreter gemeinsam für einen Frieden im Nahen Osten. Die Kundgebung verlief friedlich – auf Provokationen wollten einige der Teilnehmer aber nicht verzichten.

Zu Beginn der Demonstration forderte Organisator Nazih Musharbash die Besucher auf, eine Schweigeminute einzulegen. „Wir trauern um die getöteten Menschen in diesem schmutzigen Krieg .“ Der Vorsitzende der Osnabrücker Regionalgruppe der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft sagte anschließend, Osnabrück als Stadt des Westfälischen Friedens habe eine besondere Verpflichtung, sich auch für den Frieden in der Welt einzusetzen. „Wir wenden uns gegen Diskriminierung, Diffamierung und Antisemitismus!“

Kai Evenhuis, Vorsitzender der Osnabrücker Arbeitsgemeinschaft der Deutsch-Israelischen Gesellschaft , warb anschließend vor allem für ein gegenseitiges Verständnis und die Bereitschaft zum Gespräch in einem verfahrenen Konflikt. „Toleranz ist der Verdacht, dass der andere Recht haben könnte. Intoleranz ist die Gewissheit, dass der andere Recht hat.“

In Vertretung von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert sprach Stadträtin Rita Maria Rzyski, die die bewaffneten Auseinandersetzungen in Israel klar verurteilte: „Es gibt keine Alternative zum Dialog!“ Genauso deutlich wurde DGB-Regionsgeschäftsführerin Petra Tiesmeyer, die sagte, dass Kriege niemals für Menschen geführt würden. „Kriege richten sich immer gegen Menschen und werden um Rohstoffe und Macht geführt.“

Für einen kleinen Eklat sorgte Tilman Westphalen, Ehrenvorsitzender der Erich-Maria-Remarque-Gesellschaft. In seiner Rede stellte er den Sechs-Tage-Krieg im Jahr 1967 als das große Übel im Nahostkonflikt dar. Zum Hintergrund: In diesem Krieg eroberte Israel zahlreiche Gebiete, unter anderem den Sinai und das Westjordanland. Darüber hinaus betonte Westphalen vor allem die Opferzahlen auf palästinensischer Seite. Michael Grünberg, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Osnabrück und Besucher der Kundgebung, reagierte darauf mit großer Entrüstung. Organisator Nazih Musharbash gelang es offenbar nur mit großer Mühe, Grünberg davon abzuhalten, die Demonstration zu verlassen.

„Westphalen hat in seiner Rede einseitig Israel die Schuld am Konflikt gegeben“, sagte Grünberg anschließend im Gespräch mit unserer Zeitung. Verärgert war er außerdem über einige Plakate, auf denen der Holocaust und die israelische Palästina-Politik in Verbindung gebracht wurden. „Ich versuche so gut wie möglich, diese Plakate zu ignorieren“, sagte Grünberg.

Geschützt wurde die friedliche Kundgebung von einem Großaufgebot der Polizei, die mit zehn Mannschaftswagen vor Ort war.


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