Planinsolvenz könne GMH sichern Klinikum Dissen soll in drei Monaten schließen

Von Stefanie Adomeit

Traurige Mienen bei der Pressekonferenz bei (von links) Eva-Maria Westermann (Aufsichtsratsvorsitzende Klinikum Osnabrücker Land), Thomas Fillep (Finanzvorstand Stadt Osnabrück), Frans Blok (Geschäftsführer Klinikum Osnabrück), Michael Hagedorn (Aufsichtsratsvorsitzender Klinikum Osnabrück) und Georg Sartorius (Geschäftsführer Klinikum Osnabrücker Land). Foto: Hermann PentermannTraurige Mienen bei der Pressekonferenz bei (von links) Eva-Maria Westermann (Aufsichtsratsvorsitzende Klinikum Osnabrücker Land), Thomas Fillep (Finanzvorstand Stadt Osnabrück), Frans Blok (Geschäftsführer Klinikum Osnabrück), Michael Hagedorn (Aufsichtsratsvorsitzender Klinikum Osnabrück) und Georg Sartorius (Geschäftsführer Klinikum Osnabrücker Land). Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück/Dissen. Der Himmel vor den Fenstern des Klinikums Osnabrück hatte sich dem Anlass angepasst. Dunkle Wolken wälzten sich am Freitag über die Region, während Aufsichtsräte und Geschäftsführer von Klinikum Osnabrück und Klinikum Osnabrücker Land sowie Osnabrücks Finanzvorstand das Aus für das Dissener Krankenhaus verkündeten. In drei Monaten ist Schluss. Es sei denn, es findet sich ein Käufer.

Freitagfrüh sei der Antrag auf Planinsolvenz in Eigenverantwortung eingereicht worden. Damit behält man für drei Monate die Fäden in der Hand. Auch die Gehälter sind in dieser Zeit gesichert. Bis Oktober soll ein Sozialplan erarbeitet werden.

Michael Hagedorn, Osnabrücker Aufsichtsratsvorsitzender, erklärte, dass die Dissener Klinik mit einem Finanzbedarf von 20 Millionen Euro für die Modernisierung ohne Fördermittel des Landes und eine Beteiligung des Landkreises keine wirtschaftliche Perspektive habe. „Weitere Finanzhilfen durch die Stadt Osnabrück verbietet das EU-Beihilferecht, da lediglich zwischen Stadt und Klinikum Osnabrück ein Betrauungsakt existiert.“ Ansonsten liefe das Klinikum Osnabrück Gefahr, die Gemeinnützigkeit zu verlieren. Die Konsequenzen der „sehr schweren, aber unausweichlichen Entscheidung“ gegen Dissen, so Hagedorn, seien allen Mitgliedern der Aufsichtsräte sehr bewusst.

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Dem Sozialministerium habe man aber vorgeschlagen, 32 Betten der Inneren Abteilung am Standort GMHütte anzusiedeln, wo es bereits Geriatrie und Suchtabteilung (37 Betten) gibt. Statt der geplanten Einhäusigkeit in Dissen nun vielleicht eine Einhäusigkeit in GMHütte, sieben Kilometer vom nächsten Krankenhaus entfernt.