Fristen sind verstrichen Vier Flüchtlinge dürfen vorerst in Osnabrück bleiben

Von Hendrik Steinkuhl

Immer wieder ist es in den vergangenen Monaten vor dem Zugang zum Flüchtlingsheim An der Petersburg zu solchen Szenen gekommen: Aktivisten blockierten den Zugang, um eine bevorstehende Abschiebung zu verhindern. Foto: Bündnis gegen AbschiebungImmer wieder ist es in den vergangenen Monaten vor dem Zugang zum Flüchtlingsheim An der Petersburg zu solchen Szenen gekommen: Aktivisten blockierten den Zugang, um eine bevorstehende Abschiebung zu verhindern. Foto: Bündnis gegen Abschiebung

Osnabrück. Nachdem Osnabrücker Bürger in den vergangenen Monaten zahlreiche Abschiebungen verhindert haben, müssen nun offenbar die Asylanträge von vier Flüchtlingen in Deutschland geprüft werden. Die Mitglieder des Runden Tisches Rosenplatz nahmen diese Nachricht bei ihrem aktuellen Treffen mit großer Freude auf.

„Zwölf Mal wurde bereits eine Abschiebung verhindert “, sagt Kathrin Heinen, die als Quartiersentwicklerin im Stadtteilbüro Rosenplatz die Arbeitsgemeinschaft (AG) Flüchtlingshilfe begleitet. Die AG ist im vergangenen Herbst aus dem Runden Tisch Rosenplatz hervorgegangen und hat gemeinsam mit anderen Gruppen wie „No Lager“ eine Telefonliste erstellt, über die der Protest organisiert wird. Meist sind es um die 100 Leute , die das Asylbewerberheim an der Straße An der Petersburg, die zum Rosenplatzquartier gehört, blockieren.

Was „wie eine kurzfristige Sache“ wirke, habe nun laut Kathrin Heinen dauerhaften Erfolg gezeigt: Vier Flüchtlinge könnten durch die verhinderten Abschiebungen nicht mehr in ein anderes europäisches Land überstellt werden. Grund dafür ist die meist sechsmonatige Überstellungsfrist, innerhalb derer Deutschland einen Asylsuchenden in ein anderes Mitgliedsland der EU abgeschoben haben muss. Die sogenannte Dublin-II-Verordnung legt fest, dass allein der EU-Staat für das Asylverfahren zuständig ist, den der Flüchtling auf seiner Flucht als erstes betritt. Im Fall der vier Flüchtlinge, deren Überstellungsfrist offenbar abgelaufen ist, muss nun Deutschland den Asylantrag prüfen. Im jeweiligen EU-Ersteinreiseland hätten die Flüchtlinge dagegen mit der sofortigen Abschiebung in ihr Heimatland rechnen müssen.

Leif Thomsen, der Sprecher des Runden Tisches Rosenplatz, zeigte sich über diese Entwicklung sehr erfreut. „Wir haben uns schon lange für Flüchtlinge engagiert und möchten die Menschen hier dauerhaft integrieren.“ Im Rosenplatzquartier gebe es viele Bürger, die regelmäßig bei den Flüchtlingsunterkünften seien oder sogar Arbeits-Projekte mit dem Asylsuchenden machen würden. „Das ist eine echte Erfolgsstory, für das Wohlgefühl der Flüchtlinge sind solche Projekte sehr wichtig.“

Im Anschluss an dieses Thema besprachen die Besucher des Runden Tisches verschiedene aktuelle Fragen rund um das Rosenplatzquartier. Eine davon war der Bürgergarten auf dem Gelände der ehemaligen Teutoburger Schule. Laut dem Vorsitzenden Jochen Dabbert gebe es derzeit neun Mitglieder, die eine Parzelle auf der 400 Quadratmeter großen Fläche bewirtschaften. Grundsätzlich könne sich jeder Bewohner des Rosenplatzquartiers hier „ein Beet bauen“. Momentan hätten die Kleingärtner allerdings ein großes Problem: „Uns fehlt ein Geräteschuppen.“ Dabbert und seine Mitstreiter wünschen sich deshalb einen ausgedienten Schuppen oder eine Holz-Spende. „Wir würden den Schuppen natürlich auch selber bauen.“ Wer den Bürgergärtnern helfen möchte, kann sich per Mail an die Adresse buegaro@web.de wenden.


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