Friedenskundgebung in Osnabrück Israelis und Palästinenser demonstrieren gemeinsam

Erstmals in Deutschland haben Israelis und Palästinenser in Osnabrück gemeinsam zu einer friedlichen Demonstration gegen den Krieg in Gaza aufgerufen. Foto: dpaErstmals in Deutschland haben Israelis und Palästinenser in Osnabrück gemeinsam zu einer friedlichen Demonstration gegen den Krieg in Gaza aufgerufen. Foto: dpa

Osnabrück. Erstmals in Deutschland haben Israelis und Palästinenser in Osnabrück gemeinsam zu einer friedlichen Demonstration gegen den Krieg in Gaza aufgerufen. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft wird am Freitag gemeinsam mit der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft (DPG) demonstrieren.

Die Osnabrücker Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) hat sich entschlossen, an der Kundgebung für Frieden im Nahen Osten teilzunehmen, die am Freitag, 25. Juli 2014, um 17 Uhr vor dem Osnabrücker Theater beginnt.

Auf Schuldzuweisungen könne verzichtet werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von DIG, DPG und Deutschem Gewerkschaftsbund. Von der Veranstaltung für Frieden und Humanität solle ein Signal des Dialogs ausgehen.

Zu der Kundgebung aufgerufen hatten am Dienstag neben der DPG und dem Gewerkschaftsbund unter anderem auch die DGB-Einzelgewerkschaften sowie die Erich-Maria-Remarque-Gesellschaft und die Osnabrücker Friedensforum (Ofri). Dem Aufruf schloss sich am Mittwoch auch die DIG an.

Die Initiatoren fordern übereinstimmend die sofortige Einstellung aller Kampfhandlungen , die Durchsetzung eines Waffenstillstandes mit internationalen Friedensverhandlungen, die „konsequente Isolation aller Kriegstreiber“ sowie eine sofortige, umfassende humanitäre Hilfe für die Menschen in Gaza. „Es gibt keine Alternative zum friedlichen Dialog“, betonen die beteiligten Organisationen, die ihren Friedenswunsch für den Nahen Osten in ihrem Aufruf in vier Sprachen zum Ausdruck bringen: „Frieden jetzt! Peace now! Schalom achschaw! Salam alaan!“

„Viele Menschen sterben, und das muss sofort aufhören. Die Diskussion um Ursachen oder Schuldzuweisungen mit Bomben und Raketen zu führen, ist glatter Wahnsinn“, sagt die DGB-Stadtverbandsvorsitzende Nicole Verlage. Ihr sei bewusst, dass die Konflikte schwerwiegend seien und auch die Unterstützer uneinig in der Konfliktlösung. „Uns eint, dass der Weg nur sein kann, miteinander zu reden, zu verhandeln!“ Die Entscheidung, gemeinsam zu demonstrieren, kommentiert Verlage erfreut: „Wir alle, die diese Kundgebung unterstützen, wollen Frieden und den Menschen, der Humanität, ein Signal senden. Der sicherlich schwere Weg zu friedlichem Miteinander muss jetzt beginnen und wir tun da einen Schritt.“

Die Veranstaltung soll somit im Kontrast zu einer Pro-Palästina-Kundgebung in der Osnabrücker Innenstadt am vergangenen Wochenende stehen, bei der unter anderem das israelische Vorgehen im Gaza-Streifen mit dem historischen Holocaust verglichen wurde.


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