Wandern im Fledder? Aber ja! Unterwegs über das ehemalige Klöckner-Gelände

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Von Industrie nichts zu sehen: Am Haseuferweg ist der Fledder an vielen Stellen sehr grün. Das weiß auch Hedi Behrens zu schätzen, die hier mit Hündin Ayla unterwegs ist. Foto: Anne ReinertVon Industrie nichts zu sehen: Am Haseuferweg ist der Fledder an vielen Stellen sehr grün. Das weiß auch Hedi Behrens zu schätzen, die hier mit Hündin Ayla unterwegs ist. Foto: Anne Reinert

Osnabrück. Industriegeschichte und Pionierpflanzen hat das ehemalige Klöckner-Gelände zu bieten. Beides ist interessant für Wanderer, die dort viele grüne Wege nutzen können.

Der Mensch ist ein Jäger und Sammler. „Ich sammle Glücksmomente in der Natur“, sagt Hedi Behrens, anknüpfend an diese Lebensweisheit. Die Glücksmomente findet sie auf ihren Wanderungen mit ihrem Mann und Hündin Ayla. Überall im Osnabrücker Land sind sie schon unterwegs gewesen. Auf ihrer Internetseite „Wandern in und um Osnabrück“ ( wanderungenimosnabrueckerland.npage.de ) beschreibt Hedi Behrens diese Route und stellt Fotos und GPS-Daten dazu.

Auch die Wandertauglichkeit der Osnabrücker Stadtteile hat sie entdeckt. Auf die Idee kam sie über die Stadtteilserie in unserer Zeitung. Auf grünen Pfaden erkundet sie die Grenzen der Stadtteile. Das ist bei Randgebieten wie Atter, Sutthausen und Voxtrup leicht vorstellbar. Aber im Fledder? Auch dort gibt es Grün. Sehr viel sogar.

Für diese Serie „Wanderlust“ ist Hedi Behrens den Weg durch einen Teil des Fledders noch einmal nachgegangen. Sie hat ihn zwar längst auf ihrer Seite stehen. Doch Wege ändern sich. Häuser werden gebaut, Streckenverläufe geändert oder Wege gesperrt. Eine Garantie dafür, dass ein Track auch noch nach einem Jahr gültig ist, könne niemand geben, so Behrens.

Im Fledder ist aber doch erst einmal fast alles beim Alten geblieben. Die Strecke beginnt wenig romantisch auf dem Parkplatz des Realkaufs an der Carl-Fischer-Straße. Nur wenige Meter weiter düsen Autos und Laster über die Schellenbergbrücke. Idylle stellt man sich anders vor.

Doch nur wenige Meter weiter sieht es schon anders aus. Über eine Brücke geht es auf den Haseuferweg, der auf dieser vier Kilometer langen Strecke mehr als die Hälfte des Weges ausmacht. An Einfamilienhäusern auf der einen und grünem Ufer auf der anderen Seite geht es Richtung Nordwesten.

Die komplette Wanderung führt über das ehemalige Gelände der Klöckner AG, die ihre Spuren hinterlassen hat. So hat die IAG Magnum, deren Eingang beim Überqueren der Bessemerstraße zu sehen ist, ihren Sitz in einem Gebäude des Stahlwerks. Das gilt auch für die Alex Skatehall an der Rosenburg. Kurz bevor die erreicht ist, führt der Haseuferweg über eine Brücke auf die andere Seite des Flusses und über die Straße An der Rosenburg. Immer noch geht es an der Hase entlang, hinter Geschäften, die sich in dem Gebiet inzwischen angesiedelt haben. Größtenteils sind die Wege an dieser Stelle aber so grün, dass von Industrie und Handel kaum etwas zu ahnen ist.

Unter der Franz-Lenz-Straße im Westen geht es noch ein kleines Stück an der Hase und dann am Klöckner-Denkmal vorbei, einem Schiffssteven neben dem ehemaligen Bürogebäude des Stahlwerks. Hinter dem Gebäude geht es nach links über den wild verwucherten Bahndamm. Ein Eldorado für Biologen und Pflanzenkundler. Am Ende des Damms geht es nach unten über das Brachland des Industriegeländes, vorbei am entstehenden DHL-Gebäude und zurück auf den Haseuferweg Richtung Osten.


Wenn ein Industriegebiet aufgegeben wird, holt sich die Natur zurück, was ihr gehört. So auch auf dem ehemaligen Gelände der Klöckner AG, die 1989 ihren Betrieb aufgab. Zwei Drittel des Betriebsgeländes wurden abgeräumt, sodass bald die ersten

Pionierpflanzen sprießen konnten. „Ruderalpflanzen“ heißen sie in der Fachsprache. Inzwischen haben sich bereits auch nächste Generationen an Pflanzen angesiedelt und einige Pioniere abgelöst.

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