Stadtwerke testen neues Netz Steckdose für E-Mobile empört Anwohner in der Wüste

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Eine Tankstelle für Elektroautos bauen die Stadtwerke an der Alfred-Delp-Straße. Hier eine ähnliche Ladesäule am Moskaubad. Foto: Klaus LindemannEine Tankstelle für Elektroautos bauen die Stadtwerke an der Alfred-Delp-Straße. Hier eine ähnliche Ladesäule am Moskaubad. Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück. An der Alfred-Delp-Straße installieren die Stadtwerke eine Doppelsteckdose für Elektroautos. Anwohner aus der Wüste sind empört: Sie betrachten geräuschlose E-Mobile in einer Spielstraße als Gefahr für ihre Kinder. Alles nicht so dramatisch, meinen die Stadtwerke.

Warum am Ende der Sackgasse und nicht am Anfang? Warum in der Grünanlage? Und warum überhaupt? Das sind Fragen, die aufgebrachte Anwohner stellen, seit sich herumgesprochen hat, dass in der Alfred-Delp-Straße eine Ladestation entstehen soll, kombiniert mit zwei Stellplätzen für Elektrofahrzeuge.

Von Elektroautos, denen in der Öffentlichkeit ein positives Renommee nachgesagt wird, hatten sich auch die Stadtwerke einen positiven Effekt für ihr Pilotprojekt „Smart Grid“ erhofft. In der Wüste wird das Stromnetz der Zukunft getestet. Zusammen mit der Hochschule wird ein intelligentes Netz aufgebaut, mit einem Energiemanagementsystem und steuerbaren Verbrauchsgeräten, etwa Geschirrspülern oder Waschmaschinen, die in Schwachlastzeiten laufen sollen. Nachdem die Messtechnik installiert ist, soll es nun in die Praxisphase gehen.

„Live-Erprobung“

Ein angedachtes Szenario soll das zeitgleiche Laden und Entladen von Elektrofahrzeugen sein, wie die Stadtwerke mitteilen. Deshalb wird erwogen, Anwohnern der Alfred-Delp-Straße Elektroautos zur Verfügung zu stellen. Ob das Stadtwerke-Fahrzeuge sind oder Fahrzeuge aus der E-Mobilflotte von Stadtteilauto, ist noch nicht geklärt. Ziel dieser „Live-Erprobungen“ sei es, die Netzbelastung nicht nur theoretisch zu simulieren, sondern konkret zu messen und zu analysieren, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtwerke. Aus den Ergebnissen ließen sich Rückschlüsse auf die künftigen Belastungen eines intelligenten Stromnetzes ziehen.

Erstmals soll dabei eine neue Straßenlaterne mit eingebauter Steckdose aufgestellt werden, an der E-Fahrzeuge Strom tanken können. Bestehende Straßenleuchten ließen sich allerdings nicht so einfach umrüsten, wird dazu aber angemerkt.

Den Standort für die Ladestation hatten die Stadtwerke gemeinsam mit der Stadt festgelegt. Die Nähe zur Grünanlage wurde dabei nicht als störend empfunden. Dass die Steckdose in der Sackgasse angebracht wird, hat ebenfalls einen Grund: Sie ist für die Bewohner der Alfred-Delp-Straße gedacht und nicht etwa für auswärtige E-Mobilisten, wie besorgte Anwohner mutmaßen.


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