Mühlenhoff-Preis für gute Lehre Osnabrück: Bärbel Schmidt beste Uni-Professorin 2014


Osnabrück. Für ihre „exzellenten Leistungen in der Hochschullehre“ ist die Professorin Bärbel Schmidt mit dem Hans-Mühlenhoff-Preis 2014 geehrt worden. An der Universität Osnabrück doziert sie seit acht Jahren über Kleidung und andere Textilien – mit teils ungewöhnlichen Mitteln. Dass die Auszeichnung von Studenten vergeben wird, freut die 54-jährige Preisträgerin besonders.

Bärbel Schmidt verstehe es, ihre Lehrveranstaltungen „spannend, abwechslungsreich, gut strukturiert und informativ zugleich“ zu gestalten, teilt die Universität Osnabrück mit. Darüber hinaus glänze die Professorin durch Fachkompetenz und Praxisbezug. Für Fragen und Probleme ihrer Studenten habe sie immer ein offenes Ohr. Dafür wurde sie nun mit dem diesjährigen Hans-Mühlenhoff-Preis für gute Lehre ausgezeichnet. Die Verleihung fand am 10. Juli im Bohnenkamp-Haus im Botanischen Garten statt.

Eine neunköpfige Studenten-Jury wählte Bärbel Schmidt aus 18 Wissenschaftlern der Universität aus, die ebenfalls von Studenten nominiert worden waren. Der von dem Osnabrücker Kaufmann und Mäzen Hans Mühlenhoff gestiftete Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird seit 2001 vergeben. Mehr als 400 Studenten, die Vorschläge für die diesjährige Auszeichnung abgaben, bedeuteten eine Rekordbeteiligung.

Bei der Auswahl der Lehrenden wurden folgende Maßstäbe angesetzt: Strukturierung der Lehrveranstaltung, Aktualität der Lehrinhalte, Darstellung komplizierter Sachverhalte, Verbindung mit der Forschung, aber auch Pünktlichkeit, Termindisziplin und gute Erreichbarkeit. „Mit Prof. Bärbel Schmidt wird auch in diesem Jahr eine Hochschullehrerin ausgezeichnet, die in der Lehre schon seit Langem exzellente Leistungen erbringt. Ganz besonders ihr Engagement und ihre kreativen Methoden werden von ihren Studierenden zurecht anerkannt und gewürdigt“, sagte der Vizepräsident für Studium und Lehre, Joachim Härtling, bei der Preisverleihung.

Begeisterung fürs Fach

Bärbel Schmidt lehrt und forscht seit April 2006 an der Universität Osnabrück. Dabei widmet sie sich beispielsweise der Frage, warum Kleidung stigmatisiert und wie man Textilien durch wissenschaftliche Spurensicherung ihr Wissen entlockt.

Wenn es sein muss, verbuddelt die 54-Jährige dafür auch Pullover und Socken im heimischen Garten, um sie nach acht Wochen vermodert und von Baumwurzeln durchwachsen wieder auszugraben und gemeinsam mit den Studenten zu untersuchen. „Ich bin genauso neugierig wie meine Studenten“, sagt Bärbel Schmidt im Gespräch mit unserer Zeitung. Ihr Erfolgsgeheimnis? „Viel Zeit, die ich in die Lehre stecke. Und Begeisterung für das Fach, die ich gerne weitervermitteln möchte.“ Denn Textilwissenschaft sei viel mehr als „das Stricken, Häkeln, Basteln“, auf das sie gerade in der Lehrerausbildung immer reduziert werde. „Es hat unheimlich viel mit Kulturgeschichte zu tun –und die muss nicht immer trocken sein.“

Der Hans-Mühlenhoff-Preis für gute Lehre sei folglich „eine große Ehre“ für sie, so die Professorin. Denn er werde von den Studenten selbst vergeben. An diese möchte sie das Lob der Auszeichnung zurückgeben. „Lehre funktioniert nur gemeinsam gut.“

Die übrigen Nominierten des Hans-Mühlenhoff-Preises 2014: Rouven Brinkmann, Annette Clamor (beide Sprach- und Literaturwissenschaft), Margarete Dabrowski (Sozialwissenschaften), Ursula Henningfeld (Sprach- und Literaturwissenschaft), Mirco Imlau (Physik), Ulla Martens (Humanwissenschaften), Sabine Meyer (Sprach- und Literaturwissenschaft), Uwe Meyer (Humanwissenschaften), Jacob Piehler (Biologie/Chemie), Elke Pulvermüller (Mathematik/Informatik), Dominique Remy, Hans Reuter (beide Biologie/Chemie), Julia Rummel und Timo Schmidt (Humanwissenschaften), Renate Scheibe (Biologie/Chemie), Caroline Teschmer (Erziehungs- und Kulturwissenschaften) und Frank Wolff (Kultur- und Geowissenschaften). Sie alle erhielten Urkunden.


Hans-Mühlenhoff-Preisträger (Auszug)

2014: Bärbel Schmidt (Kultur- und Geowissenschaften)

2013: Roswitha Papenhausen (Sprach- und Literaturwissenschaftlerin)

2012: Eva Gläser (Sachunterricht)

2011: Susanne Haberstroh (Psychologin)

2010: Heike Jochum (Rechtswissenschaft, Steuerrecht)

2009: Hans-Wolf Sievert (Interkulturelles Management)

2008: Till Eggers (Biologe)

2007: Eike-Christian Hornig (Politikwissenschaftler)

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