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Umbau der Produktion Volkswagen Osnabrück baut künftig Porsche Cayenne

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Der Porsche Cayenne: Ab Sommer 2015 auch aus Osnabrücker Produktion. Foto: VW/Nigel TreblinDer Porsche Cayenne: Ab Sommer 2015 auch aus Osnabrücker Produktion. Foto: VW/Nigel Treblin

Osnabrück. Das Volkswagen-Werk Osnabrück baut ab Sommer 2015 ein neues Modell: Künftig wird in den ehemaligen Karmann-Hallen der Porsche Cayenne montiert. Geplant ist eine Produktion von 20.000 Fahrzeugen im Jahr. Im Gegenzug verliert das Werk die Modelle Porsche Boxster und Cayman – diese baut der Sportwagenhersteller künftig wieder im Stammwerk Zuffenhausen.

Aufgrund der hohen Nachfrage nach dem Porsche Cayenne, einem Sport Utility Vehicle (SUV), werde künftig ein Teil der Produktion aus dem Porsche-Werk in Leipzig nach Osnabrück verlagert, teilte Volkswagen am Montag mit. Pro Jahr sollen bei Volkswagen Osnabrück ab dem kommenden Sommer rund 20.000 Stück vom Band laufen. Dafür kündigt der Konzern rund 25 Millionen Euro an Investitionen an. „Die Mannschaft in Osnabrück hat sich dieses tolle Produkt verdient“, sagte Thomas Ulbrich, Volkswagen-Vorstand für Produktion und Logistik. Die Montage des Cayenne in Osnabrück unterstreiche die gute Zusammenarbeit zwischen Volkswagen und Porsche. Im Jahr 2013 sind insgesamt 84.000 Cayenne produziert worden.

Lob kommt auch aus dem Betriebsrat des Osnabrücker VW-Werkes. Mit der Entscheidung werde der Standort gestärkt und zukunftssicher gemacht, sagte Vorsitzender Wolfram Smolinski. „Wir wissen es zu schätzen, dass die Kollegen von Porsche und Volkswagen solidarisch an unserer Seite stehen, wenn es um die Sicherung der Beschäftigung an unserem Standort geht.“ Die Initiative für die Vergabe der Produktion nach Osnabrück ist nach Smolinskis Angaben von den Konzernbetriebsratsvorsitzenden von Volkswagen und Porsche, Bernd Osterloh und Uwe Hück, ausgegangen.

„Gut so“, merkt Stephan Soldanski, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Osnabrück, an. „Das hilft uns ein Stück weit, die Beschäftigung zu sichern.“ Dennoch fehle dem Werk ein weiteres Modell, dass die Auslastung dauerhaft steigere. Die Lackiererei etwa ist wie das gesamte Werk auf eine Stückzahl von 100.000 Fahrzeugen im Jahr ausgelegt – profitiert von der jüngsten Entscheidung aber gar nicht.

Im Gegenzug für den Zuschlag bei der Cayenne-Fertigung verliert das frühere Karmann-Werk zwei andere Porsche-Modelle , für die eigens eine Produktionslinie aufgebaut worden war: Das Cabriolet Boxster und dessen Schwestermodell Cayman werden bis Ende 2016 aus Osnabrück abgezogen und wieder im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen produziert. Zusammen kamen beide Modelle in Osnabrück auf eine jährliche Stückzahl von etwa 17.500 – also etwas weniger, als es künftig vom SUV-Modell Cayenne aus diesem Werk geben soll. Bislang war lediglich bekannt, dass der Standort die sogenannte Überlaufproduktion des Boxster verlieren soll. Der Cayman sollte ursprünglich „zu 100 Prozent in Osnabrück“ bleiben, hatte Porsche-Chef Matthias Müller noch im März erklärt.

Unklar ist, wie es mit dem Karosseriebau der beiden Porsche-Sportwagen in Osnabrück weiter geht. In den kommenden Jahren investiert Porsche rund 300 Millionen Euro in das Stuttgarter Stammwerk – unter anderem für den Karosseriebau der Zweisitzer-Sportwagen. So dürfte diese Aufgabe mittelfristig in Osnabrück enfallen, ist aus dem Umfeld des Werkes zu erfahren.

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