162. Telgter Wallfahrt Im Schritttempo nach Telgte und zurück

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Osnabrück. Fast einen Doppelmarathon in Schrittgeschwindigkeit pilgern an diesem Wochenende über 10.000 Menschen aus der Region. Am Samstag erreichte der kilometerlange Zug der Osnabrücker Wallfahrt nach Telgte den ersten Zielort im Münsterland. Heute geht es zurück.

Die mittlerweile 162. Pilgertour zur legendären mittelalterlichen Marienfigur in Telgte startete in der Nacht zum Samstag. Um drei Uhr morgens machten sich die ersten rund 800 Menschen vom Osnabrücker Johannisfriedhof auf den Weg. Die Wallfahrtsstrecke verlief wie immer auf der Bundesstraße 51, die für die Gläubigen abschnittweise komplett gesperrt wurde. Nach den ersten zwei Anstiegen am Harderberg und Herrenrest erreichte der Wallfahrtszug die Flachetappen. In Bad Iburg war er bereits auf 3000 Gläubige angewachsen.

Viele von ihnen gehen aus ihrer katholischen Überzeugung heraus mit. Wie Jürgen Haustermann, der seit 50 Jahren regelmäßiger Telgte-Pilger ist. „Zu Maria zu gehen und seine Anliegen mitzunehmen ist hilfreich“, sagt der 72-Jährige. In diesem Jahr bringe er auch die Sorge um die jüngste Eskalation im Nahost-Konflikt vor die Gottesmutter.

Mit der Heiligen Maria kann Jana Chilewski noch nicht so ganz viel anfangen. „Ich bin aber religiös. Das Singen und Beten in der Gemeinschaft, das fühlt sich für mich echt an“, erzählt die 19-Jährige.

Die Gebete und Lieder stammen aus einem kleinen grünen Wallfahrtsbuch, das jeder Pilger dabei hat. Die Vorbeter, sie sind über den ganzen Zug verteilt, geben dabei alle drei Minuten den Takt an. Dazwischen bleibt Zeit für persönliche Gespräche zwischen den Pilgern.

Erstmals als Weihbischof, nahm Johannes Wübbe an der Wallfahrt nach Telgte teil. Er hielt in der Klause Oedingberge den Wortgottesdienst. Wie üblich segnete er dabei auch einige Wallfahrerfahnen, darunter von Fünftklässlern der Ludwig-Windhorstschule in Glandorf.

Nach der schattigen Rast in der Klause und bei sommerlichen 25 Grad folgte die für viele Pilger schwerste Etappe. Auf ihr wird zudem der 14 Stationen umfassende Kreuzweg gebetet und gesungen. Gegen Mittag erreichte die Fußwallfahrt den vorletzten Stopp Ostbevern.

Dort hatten auch die 16 Rotkreuz-Helfer endlich Gelegenheit ihre geschätzte Fachkompetenz rund um die Behandlung von bösen Blasen bis hin zu wohltuenden Wadenmassagen anzuwenden.

Gegen 15:45 Uhr zogen nach gut 43 Kilometern rund 10.000 Pilger in Telgte ein. „Mit so vielen Menschen habe ich nicht im Traum gerechnet“, sagte Karlheinz Schomaker, der technische Wallfahrtsleiter. Die „fantastische Zahl“ führte er auf die noch nicht begonnene Ferienzeit und das schöne Wetter zurück.

Das war am heutigen Sonntag dann nicht mehr so sommerlich. Beim Auszug aus Telgte am Morgen starteten die Pilger bei 18 Grad und wolkenverhangenem Himmel. Die 162. Wallfahrt werden sie gegen 18.45 Uhr in Oesede beenden.


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