Stadt und Betreiber einigen sich auf Kompromiss Grünes Licht für Hotel am Osnabrücker Alando Palais

Wird voraussichtlich um ein eigenes Hotel erweitert: Das Alando Palais in Osnabrück (hier beim Public Viewing des WM-Vorrundenspiels Deutschland gegen Ghana). Foto: Moritz FrankenbergWird voraussichtlich um ein eigenes Hotel erweitert: Das Alando Palais in Osnabrück (hier beim Public Viewing des WM-Vorrundenspiels Deutschland gegen Ghana). Foto: Moritz Frankenberg

Osnabrück. Endlich dürfte es in Kürze beim Ringlokschuppen auf dem ehemaligen Güterbahnhofgelände weitergehen: Die Stadt und Alando-Betreiber Frederik Heede haben sich auf einen Kompromiss geeinigt. Damit steht die Ampel auch für das geplante Alando-Hotel auf grün.

Die Einigung sieht vor, dass die Alando Grundbesitz- und Entwicklungs-GmbH die Anfechtungsklage gegen das von der Stadt geltend gemachte Vorverkaufsrecht für das unter Denkmalschutz stehende Gebäude plus Außenflächen zurückziehen wird. Im Gegenzug gibt es eine Lösung hinsichtlich der für einen Hotel-Neubau am Alando noch offenen Fragen, die unter anderem die Zahl der nachzuweisenden Stellplätze betrifft.

Die Stadt hat für Donnerstagnachmittag zu einem Pressegespräch eingeladen, bei dem Stadtbaurat Frank Otte und Heede gemeinsam Einzelheiten der Vereinbarung vorstellen wollen. Der Gastro-Betreiber wollte im Vorfeld keine Stellungnahme abgeben, sondern erklärte nur: „Wir sind auf einem guten Weg.“ Das Ergebnis der in den vergangenen Monaten zwischen beiden Seiten geführten Gespräche ist am vergangenen Donnerstag auch Thema im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt gewesen. Danach umfasst die Regelung auch Aspekte wie die vom Alando noch wiederherzustellende öffentliche Verbindung zwischen der Grünfläche an der Heinrich-Heine-Straße und dem Bereich Pottgraben oder den noch bis 2016 laufenden Mietvertrag, den Heede Ende vergangenen Jahres für die bisherige Diskothek „Five Elements“ am Ringlokschuppen abgeschlossen hat.

Der Vorteil der Einigung für die Stadt: Der im vergangenen November zur künftigen Nutzung der rund 26000 Quadratmeter großen Fläche am Ringlokschuppen mit der Wirtschaftsförderung gestartete Prozess, mit Expertenrunden eine Nutzungsperspektive für das Baudenkmal zu entwickeln, kann endlich fortgesetzt werden. Die eigentlich schon für das Frühjahr angekündigte zweite Konzeptrunde hatte so lange verschoben werden müssen, wie nicht klar war, ob die Stadt trotz des geltend gemachten Vorkaufsrechts auch tatsächlich Eigentümerin des Bereichs wird.

Die Alando-Gesellschaft hatte den rund 26000 Quadratmeter großen Bereich im April 2013 für mehr als zwei Millionen Euro plus Nebenkosten von der Zion GmbH erworben. Daraufhin war vom Rat Mitte Juni vergangenen Jahres mit den Stimmen der rot-grünen Ratsmehrheit sowie der FDP-Fraktion und der beiden Linke-Vertreter beschlossen worden, das Vorkaufsrecht auszuüben. Die von Heede hierauf angekündigte Anfechtungsklage hätte ohne eine Einigung wahrscheinlich einen jahrelangen Rechtsstreit zur Folge gehabt. Der Gastro-Kaufmann gab aber frühzeitig das Signal, auf den Rechtsweg zu verzichten, wenn es zu einer Einigung bei den nachzuweisenden Stellplätzen für die Alando-Erweiterung inklusive Hotel-Neubau kommt.


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