Elternbefragung nach Sommerferien Landkreis Osnabrück votiert für Gesamtschule in Bramsche

Der Kreistag votierte für eine IGS in Bramsche, damit keine Konkurrenz zur IGS Fürstenau (siehe Bild) entsteht. Foto: Jan AckmannDer Kreistag votierte für eine IGS in Bramsche, damit keine Konkurrenz zur IGS Fürstenau (siehe Bild) entsteht. Foto: Jan Ackmann

Osnabrück. Der Kreistag des Landkreises Osnabrück hat sich in seiner Sitzung am Montag mit großer Mehrheit für Bramsche als Standort für eine Integrierte Gesamtschule (IGS) ausgesprochen. Nach den Sommerferien soll mit einer Elternbefragung im Nordkreis der Nachweis der notwendigen Schülerzahlen für eine IGS erbracht werden. Grüne und Linke kritisierten, dass Eltern nur nach einer IGS am Standort Bramsche befragt werden sollen. Breite Zustimmung gab es hingegen bei der Berufung von Monika Schulte aus Georgsmarienhütte als neuer Gleichstellungsbeauftragten.

Zunächst scheiterten die Grünen mit ihrem Antrag, die Eltern mit Prioritätenlisten nach einer IGS an den Standorten Ankum, Bramsche und Wallenhorst zu befragen. Dann schmetterte die große Mehrheit auch ihren Antrag ab, die vom Bersenbrücker Samtgemeindebürgermeister Horst Baier eingeleitete Elternbefragung für eine IGS am Standort Bersenbrück in die Befragung miteinzubeziehen. Während Grüne und Linke den Sozialdemokraten vorwarfen, sich dem Votum der CDU/FDP/UWG-Gruppe gebeugt zu haben, lobte der Vorsitzende des Bildungsausschusses, Volker Theo Eggeling (SPD), „das Ergebnis einer fraktionsübergreifenden Zusammenarbeit. Lieber mit der breiten Mehrheit des Kreistags eine Taube in der Hand als zwei oder drei ungefangene Spatzen der Grünen auf dem Dach.“ CDU/FDP/UWG und SPD/UWG hätten „gegen alle Erwartung für die Zukunft des Landkreises eine konsensfähige Linie in einer hochkontroversen Frage gefunden“. Die gefundene Linie der beiden großen Gruppen sei detailliert in den 66 Seiten der Beschlussvorlage begründet. Noch nie in den 28 Jahren seiner politischen Tätigkeit in Bildungsausschüssen habe er eine derart gründliche Legitimierung bildungspolitischer Entscheidungen erlebt.

Der bildungspolitische Sprecher der CDU/FDP/UWG-Gruppe, Christoph Ruthemeyer, sagte, dass mit diesem Beschluss das plurale Angebot im Landkreis erhalten bleibe: „Die regionale Ausgewogenheit ist gegeben, die Infrastruktur des ausgewählten Standortes ist gut und geeignet.“ Ruthemeyer will auch die Stärkung der Oberschule Neuenkirchen im Blick behalten.

Von den vier beschlossenen Punkten zum neuen IGS-Standort war der Ende Juni im Bildungsausschuss beschlossene Punkt der einzige, der im Kreistag einstimmig beschlossen wurde. Die Verwaltung wird darin aufgefordert, in der kommenden Kreistagssitzung ein Konzept vorzulegen, mit dessen Hilfe die Angebote der ersten Sekundarstufe in den Städten und Gemeinden des Landkreises gestützt und besser als bisher mit den weiterführenden Schulen verknüpft werden können. Zudem wurde die Verwaltung beauftragt, die Verhandlungen mit der Stadt Bramsche zu beginnen, um eine Regelung über die Übertragung eines Schulgebäudes, den Schulbetrieb sowie die Schulträgerschaft abzuschließen. In der Sitzung am 20. Oktober wird das Ergebnis präsentiert.

Die ab Oktober tätige neue Gleichstellungsbeauftragte Monika Schulte bedankte sich nach der Berufung für das Vertrauen und freute sich, dass Gleistellung im Landkreis ein wichtiges Thema sei.


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