Forschen am „Internet der Dinge“ Osnabrücker erfinden Handtasche mit Gedächtnis

Nie mehr das Portemonnaie vergessen:  Diese Handtasche warnt, wenn darin ein wichtiger Gegenstand fehlt. Jonas Bultmann und Heike Hörnschmeyer, zwei Studenten der Hochschule Osnabrück, haben sie mitentwickelt. Foto: Jörn MartensNie mehr das Portemonnaie vergessen: Diese Handtasche warnt, wenn darin ein wichtiger Gegenstand fehlt. Jonas Bultmann und Heike Hörnschmeyer, zwei Studenten der Hochschule Osnabrück, haben sie mitentwickelt. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Wäre es nicht praktisch, wenn der Kühlschrank automatisch Milch und Butter nachbestellte? Wenn die Straßenbeleuchtung nur anginge, sobald Leute unterwegs sind? Oder die Waschmaschine von allein startet, wenn Strom gerade besonders billig ist? Ideen, die nach Science-Fiction klingen, aber bald Realität sein könnten. Osnabrücker Studenten arbeiten daran.

Wie das Internet nützlichen Einfluss auf Alltagsdinge nehmen kann, mit dieser Frage beschäftigten sich jetzt zwölf Studenten aus Osnabrück zwei Wochen lang in Amsterdam. In internationalen Teams aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen entwickelten die angehenden Ingenieure und Informatiker handfeste Lösungen für praktische Probleme.

Eine von ihnen ist Heike Hörnschemeyer (21), die an der Hochschule „ Media & Interaction Design “ studiert. Gemeinsam mit ihren Teamkollegen aus sieben verschiedenen Ländern erfand sie eine intelligente Handtasche, die selbsttätig ein Warnsignal abgibt, wenn ein wichtiger Gegenstand wie zum Beispiel das Portemonnaie fehlt.

„Wir haben dafür eine App entwickelt, mit der der Nutzer eine Liste von Gegenständen anlegen kann, die er immer dabei haben will. Auf den Gegenständen werden dann kleine Sticker mit einem speziellen Chip angebracht und mit einer Art Anhänger für die Tasche verknüpft“, erklärt die Studentin. „Wenn dann etwas fehlt, ertönt ein Signal.“

Kommunikationsproblem

Ob Prototypen wie diese eines Tages umgesetzt und in Serie produziert werden, hängt von vielen Faktoren ab. Marktreife, Nachfrage und Eigeninitiative der Studenten spielen dabei eine Rolle, sagt Karsten Morisse, Professor für Medieninformatik an der Hochschule. Er hat den Studienaufenthalt in der niederländischen Metropole organisiert und begleitet.

Beim „Amsterdamer Intensivprogramm“ sei es aber in erster Linie um die Entwicklung von „Kreativstrategien“ und die Zusammenarbeit mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen gegangen. „Es ist wichtig, unsere Studierenden frühzeitig für die Arbeit in internationalen und interdisziplinären Teams zu trainieren“, betont Morisse. Selbst wenn es keine Sprachbarrieren gebe, komme es unter Kreativen und Technikern häufig zu Kommunikationsproblemen, weil die Arbeitsweisen so unterschiedlich seien. „Da hilft es nur, sehr systematisch an die jeweiligen Fragestellungen heranzugehen.“

Wertvoller Nutzen

Eine Vorgehensweise, die auch Industrial-Design -Student Jonas Bultmann favorisiert. Der 26-Jährige entwickelte in seiner Projektgruppe ein Kontrollsystem für Verpackungen, das beim Transport von sensiblen Gütern eingesetzt werden soll. Durch ein Sensorpaket, das an den Gütern befestigt wird, kann über eine Online-Datenbank verfolgt werden, ob Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Lage des Guts stimmen. Die Auswertung des Protokolls gibt Aufschluss über Transportmittel und -routen – hilfreich, wenn es etwa um die Klärung von Versicherungsansprüchen im Schadensfall geht oder darum, wie sich die Transporttechnik insgesamt verbessern lässt. „Für mich war das Projekt ohne Ausnahme super – eine Erfahrung, die für meine Zukunft sicher von großem Wert sein wird“, so Bultmanns Fazit.


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