Osnabrücker Ingenieursbüro Firma Onyx baut Mischung aus Elektroauto und Fahrrad

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Osnabrück. Es soll zwei Personen Platz bieten, wetterfest und flott genug für den Stadtverkehr sein. Außerdem hinreichend geräumig und stark, um den Wocheneinkauf zu transportieren, und doch selbst nicht mehr als 100 Kilogramm wiegen. Trotz seiner Pedale ist es kein Fahrrad, aber auch kein Auto, obwohl es einen Elektromotor hat. Das umweltfreundliche Vehikel aus dem Hause Onyx Composites ist eine Mischung (Hybrid), die zurzeit in Osnabrück entwickelt und ab 2015 in Serie gebaut werden könnte.

Noch ist das vierrädrige Ultraleichtfahrzeug, das unter dem Arbeitstitel „OXC E-Mobil“ firmiert und aus nachwachsenden Rohstoffen wie Hanf bestehen soll, bloß eine Skizze im Computer. Doch für die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ist die Idee weit genug fortgeschritten, um finanziell unterstützt zu werden.

54.500 Euro übergab DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde am Mittwoch an Nicolas Meyer, Gründer und Geschäftsführer von Onyx Composites. Damit deckt die Stiftung knapp die Hälfte der Kosten von 120.000 Euro, die der 36-jährige Unternehmer und heimische Hochschulabsolvent für eine Machbarkeitsstudie sowie den Bau eines Prototypen benötigt.

Umweltfreundlich

„Wenn Lasten transportiert werden müssen oder das Wetter einmal schlecht ist, setzen sich viele Menschen oft und gerne ins Auto – auch bei kurzen Strecken. Das hat Folgen für die Umwelt“, sagte Meyer. Das geplante E-Mobil könne Abgase vermeiden und das Klima schonen. Und mit einer Reichweite von 50 Kilometern und Tempo 45 in der Spitze dort zum Einsatz kommen, wo ein Fahrrad in Sachen Komfort und Nutzen an seine Grenzen stößt. „Eine echte Alternative zum Zweitwagen“ sieht der gelernte Modellbaumechaniker und Schlosser deshalb in seinem Fahrzeug, das vor allem Pendler, aber auch Pflege- und Paketdienste interessieren soll. Weitere Vorteile des Onyx-E-Mobils: Es sei zulassungsfrei und könne gut und gerne 20 Jahre lang genutzt werden – ohne nennenswerte laufende Kosten.

Das lasse auch den geplanten Einstiegspreis des Zweisitzers von maximal 9000 Euro in einem anderen Licht erscheinen, so Meyer. „Zwei gute Elektrofahrräder kosten auch schon einige Tausend Euro. Unser E-Mobil ist also relativ günstig. Über die Laufzeit gesehen aber auf jeden Fall wesentlich preiswerter als ein Elektroauto. Und Reparaturen kann jeder Fahrradladen durchführen.“

Serienfertigung geplant

In seinem Aussehen ähnelt das Fahrzeug einem Liegerad mit Karosserie. Es verfügt über einen tiefen Einstieg, zwei kleine Räder vorne, zwei große hinten sowie über eine abnehmbare Windschutzscheibe. Gelenkt und gebremst wird über einen Steuerhebel zwischen den nebeneinander montierten Sitzen.

In einem Jahr soll der Prototyp fertig sein. Danach könnten laut Meyer „mindestens 200 bis 300 Fahrzeuge“ jährlich gebaut werden.


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