Werke von Dietrich Helms Ausstellung gemeinsam mit Studierenden in Bad Iburg


Bad Iburg. Dietrich Helms ist Künstler und Experte für das Werk von Friedrich Vordemberge-Gildewart. Jetzt zeigt er seine Bilder auf der Iburg in Bad Iburg

Selbstironisch ist er und sogar ein wenig kokett. „Ich arbeite wie ein Suppenkoch“, sagt Dietrich Helms über seine Bilder, die er in der Alten Hofapotheke auf der Iburg zeigt. Im Gespräch mit Dr. Susanne Tauss, Geschäftsführerin des Landschaftsverbandes Osnabrücker Lan d, erzählt Helms, wie er mit beiden Händen arbeitet, Papier schichtet, Farben aufträgt, sein Arbeitsergebnis immer wieder überprüft und korrigiert.

Tiefsinnige Kunstphilosophie betreibt er in dem Gespräch in der Alten Hofapotheke der Iburg nicht. Dabei könnte er auch da eine Menge berichten – von surrealen Bildern, dem gelenkten Zufall oder dem Körpereinsatz, der sich in seiner Kunst spiegelt.

Doch dies alles überlässt Helms dem Betrachter seiner Kunst. Der mag in den Bildformationen Struktur und Umriss von Blättern und Pflanzen erkennen, fremde Fabelwesen, gleich ganze Landschaften – oder all dies zusammen.

Helms spiegelt keine fassbare Außenrealität, er macht Bilder, um eine zweite, womöglich reichere Wirklichkeit zu entdecken. Kunst erschließt Realität hinter der Realität: Diese Auffassung über Leistung und Möglichkeit der Kunst teilt Helms mit dem Surrealismus.

1933 kam Dietrich Helms in Osnabrück zur Welt, absolvierte seine künstlerische Ausbildung in Hamburg und blieb dort. Künstler, Kunstkritiker für die FAZ, Mitglied des Documenta-Rates, Kunstprofessor: Die Stichwörter zeichnen die Kontur eines reichen Lebens für die Kunst.

Helms hat sich darüber hinaus als Experte für das Werk von Friedrich Vordemberge-Gildewart einen Namen gemacht. Helms besorgte das Werkverzeichnis der Arbeiten von „VG“.

Auf der Iburg zeigt er aquarellierte Bilder, die seit 2010 entstanden sind, und eine Arbeit von 1977. Helms schichtet Papiere, knittert und staucht sie leicht, bedeckt sie mit Farben, schaut auf deren Verlauf, ergänzt, verändert. Künstlerische Arbeit – das ist bei Helms ein Prozess, der sich fortlaufend selbst korrigiert.

Der Künstler lässt sich von seinem Material leiten und von seiner Sensibilität für die Struktur des vor seinen Augen wachsenden Bildes. Helms hat seine auf Papier aquarellierten Bilder zuletzt unter dem Titel „Gegenden“ auf dem Husumer Schloss gezeigt. 2013 richtete ihm das Osnabrücker Felix-Nussbaum-Haus eine kleine Werkpräsentation zum 80. Geburtstag aus.

In Bad Iburg entsteht nun mit einer kleinen Werkauswahl das Porträt eines Künstlers, der bei seiner Arbeit Kopf und Hand gefühlvoll zu koordinieren weiß, sehr zum Vorteil einer Kunst, die Sinnenvergnügen bereitet und gleichzeitig zum gedanklichen Nachvollzug herausfordert.

Mit Dietrich Helms präsentieren als Studierende vom Fachgebiet Kunst der Universität Osnabrück Stefan Diersmann, Melanie Flack, Kai Jobusch, Tobias Kirchhof, Merle Lembeck, Julia Ortmeyer und Marina Remark ihre Arbeiten (ein Bericht dazu folgt noch).

Bad Iburg, Iburg, Alte Hofapotheke: Ausstellung mit Dietrich Helms und Studierenden der Universität Osnabrück. Bis Sommer 2015. Mo.–Fr., 9-13 Uhr und nach Vereinbarung. Info: 05403/7245514. www.lvosl.de

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