Protest an der Bremer Straße 100 Osnabrücker verhindern wieder eine Abschiebung

Am frühen Dienstagmorgen verhinderten mehr als 100 Osnabrücker die Abschiebung eines jungen Syrers nach Italien. Foto: privat/Philipp StröhleAm frühen Dienstagmorgen verhinderten mehr als 100 Osnabrücker die Abschiebung eines jungen Syrers nach Italien. Foto: privat/Philipp Ströhle

Osnabrück. Mehr als 100 Osnabrücker haben am frühen Dienstagmorgen zum sechsten Mal die geplante Abschiebung eines Flüchtlings verhindert.

Der junge Syrer Basel sollte um 6.30 Uhr aus dem Flüchtlingswohnheim an der Bremer Straße 101 abgeholt und nach Italien gebracht werden. Dort hatte er seinen ersten Asylantrag gestellt. Nach dem Dubliner Abkommen muss der Staat das Asylverfahren durchführen, in den der Flüchtling zuerst eingereist ist.

Wie Philipp Ströhle vom Bündnis gegen Abschiebung berichtet, sollte erstmals ein Syrer aus Osnabrück abgeschoben werden. Für die Demonstranten sei es nicht erklärlich, warum ein Mensch aus dem Bürgerkriegsland abgeschoben werden solle, während gleichzeitig die Bundesregierung erwäge, mehr Geflüchtete aus Syrien aufzunehmen: „Es gibt keine Zweifel über die absolut katastrophale Situation der Menschen in Syrien.“

Aber auch in Italien herrschten für Flüchtlinge unmenschliche Bedingungen. Für sie gebe es dort keine Unterkunft, keine ausreichende Verpflegung und keine Perspektive. „Hier ist dringend die Solidarität der anderen EU-Staaten gefordert“, heißt es vom Bündnis gegen Abschiebung.

Bereits im Mai hatten Osnabrücker verhindert, dass ein Somalier abgeschoben wird.

Vor wenigen Tagen haben Demonstranten vorm Flüchtlingsheim in Osnabrück ein Frühstück veranstaltet.


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