Attentat auf Franz Ferdinand Studiengruppe Osnabrück realisiert zwei Ausstellungen


Osnabrück/Wallenhorst. Den 100. Jahrestag des Attentats auf Erzherzog Franz Ferdinand als Auslöser des Ersten Weltkriegs nahmen Studierende der Hochschule Osnabrück zum Anlass, zwei Ausstellungen zu eröffnen.

Im Ruller Haus erforscht eine Studierendengruppe die Spuren der Olympischen Winterspiele im heutigen Sarajevo, in martini|50 begibt man sich auf die Suche nach Kiosken als Überbleibsel osmanischer Stadtkultur und als Überlebensvehikel für bestimmte Bürger der Hauptstadt Bosniens und Herzegowinas. Ergänzt wird das Angebot mit einem Vortrag unter dem Titel „Versuch, eine Stadt zu würdigen: Sarajevo und die Olympischen Winterspiele“ von Professor Dirk Manzke am 10. Juli im Ruller Haus.

„Der letzte Frieden“ lautet das Motto der Gesamtveranstaltung. Frieden? Die Fotos und Hintergrundinformationen zu den Relikten der Olympischen Winterspiele 1984 in der Stadt wirken bedrückend. Bob- und Rodelbahnen wurden beispielsweise während des Bosnienkrieges 1992 bis 1995 mit Schießschanzen versehen und als Schutz für Heckenschützen missbraucht. Heute stehen die olympischen Dörfer und Feuerschalen, die Wahrzeichen und Skisprungschanzen größtenteils zerstört oder ramponiert im Stadtbild. Sie wurden zu beliebten Objekten für Graffiti-Künstler – wie sie jetzt von Studierenden der Agrarwissenschaft und Landschaftsarchitektur auf Schautafeln dokumentiert werden. Ein Student wagte sich sogar in die Zukunft vor und plante als Bachelorarbeit einen „Spurenpfad Olympiade Sarajevo 1984“. „Der ließe sich hervorragend realisieren, wenn man die Finanzmittel auftreiben könnte“, erklärt Dirk Manzke, der das Projekt samt Exkursion seitens der Hochschule Osnabrück begleitete.

Mit dem Phänomen des Kiosks beschäftigte sich eine andere Studierendengruppe. Diese aus dem islamischen Kulturkreis stammenden Verkaufsstände, die sich auch in unseren Breiten etablieren konnten, findet man in den unterschiedlichsten Erscheinungsbildern im Stadtbild von Sarajevo. Die städtebaulichen, architektonischen und soziologischen Aspekte dieser Verkaufsstände und -buden werden in martini|50 beleuchtet.

martini|50 – Forum für Architektur und Design (Martinistraße 50): „Vom Anbeginn – Architekturimprovisationen in Sarajevo“. Bis 18. Juli, Mo.–Fr. 9 bis 17 Uhr. Ruller Haus: „Sarajevo und die Olympischen Winterspiele 1984 – Dokumentation einer Studienreise“. Bis 31.7. Bei Veranstaltungen geöffnet. Anmeldung 05407/8137751


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