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30.06.2014, 18:23 Uhr KOMMENTAR

Valmet bleibt in der Pflicht

Kommentar von Alexander Klay

Osnabrück. Die Produktion des Automobilzulieferers Valmet bleibt nun doch bis 2017 am Standort Osnabrück. Dazu ein Kommentar:

Immerhin: Das Aus für die Produktion beim Automobilzulieferer Valmet in Osnabrück kommt nun doch nicht so schnell wie befürchtet. Drei Jahre mehr Zeit sind ein wichtiges Signal für die Mitarbeiter und den gebeutelten Automobilstandort Osnabrück.

Gewiss, der drohende Verlust ihres Arbeitsplatzes ist und bleibt für die 230 Betroffenen der Cabriodach-Produktion bei Valmet Automotive eine schreckliche Nachricht. Zumal die allermeisten von ihnen bei der Karmann-Pleite schon einmal vor dem beruflichen Aus standen.

Doch die Mitarbeiter können sich nun immerhin in aller Ruhe für die Zeit danach rüsten. So hätte ein sofortiges Aus der Produktion ungleich dramatischere Folgen mit sich gebracht. Die dreijährige Schonfrist zeugt von einer gewissen unternehmerischen Verantwortung, die bei Verkündung der Hiobsbotschaft vor einem Monat zunächst nicht erkennbar war.

Dass die Produktion aus wirtschaftlichen Zwängen ins polnische Zary verlagert werden muss, erscheint bei dem schrumpfenden Markt für Cabriolets als stichhaltiges Argument. Dennoch bleibt Valmet Automotive in der Pflicht und muss nach der Gnadenfrist noch einiges liefern.

Sozialpläne, Transfergesellschaften und weitere Möglichkeiten zur Qualifizierung müssen so schnell wie möglich aufgestellt werden, um Perspektiven für die Mitarbeiter zu schaffen. Zudem muss Valmet Wort halten – und den Schalter nicht doch noch vorzeitig umlegen.

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