Costa Rica Zentrum an der Uni Noch viele Tore für Forschung und Bildung

Von Norbert Meyer

Viele Kolleginnen konnte Uni-Präsident Wolfgang Lücke (Mitte, links) zur Eröffnungsfeier des Costa Rica Zentrums begrüßen. Bei der Enthüllung der Tafel half ihm Botschafter José Joaquín Chaverri-Sievert.Foto: Thomas OsterfeldViele Kolleginnen konnte Uni-Präsident Wolfgang Lücke (Mitte, links) zur Eröffnungsfeier des Costa Rica Zentrums begrüßen. Bei der Enthüllung der Tafel half ihm Botschafter José Joaquín Chaverri-Sievert.Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Costa Rica hat nicht nur gute Fußballer, sondern auch gute Beziehungen zu Osnabrück. Vor wenigen Tagen sind diese Kontakte noch verstärkt worden – durch die Eröffnung der Costa Rica Zentrums an der hiesigen Universität.

Dabei handelt es sich, wie Präsident Wolfgang Lücke bei der Startfeier im Bohnenkamp-Haus des Botanischen Gartens erklärte, um eine Forschungsstelle, die fächerübergreifend arbeiten und an bestehende Schwerpunkte der Universität Osnabrück anknüpfen soll. Es gehe um Werte-Bildung, Lehrerbildung, Biodiversität und Wirtschaftsethik.

Kollegen von fast allen Universitäten Costa Ricas konnte der ranghöchste Professor der Uni Osnabrück bei der Eröffnungsfeier begrüßen. Mit dabei waren auch der Botschafter des mittelamerikanischen Landes, José Joaquín Chaverri-Sievert, und dessen Cousin Hans-Wolf Sievert, zugleich Honorarkonsul von Costa Rica sowie Vorstandsvorsitzender Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur, die das neue Zentrum maßgeblich finanziell unterstützt.

Nach Lückes Worten ergibt sich dadurch eine „einmalige Chance“ für die Uni Osnabrück, nämlich mit allen fünf Universitäten Costa Ricas zu kooperieren. Professoren und Studenten biete sich die Möglichkeit „ein Land kennenzulernen, das schon in den 1950er Jahren seine Armee abgeschafft hat, um stattdessen Bildungs- und Gesundheitsprogramme zu fördern“. Der Uni-Präsident kündigte an, Osnabrücker Lehramtsstudenten Schulpraktika in Costa Rica zu ermöglichen, „unter anderem in Zwergschulen mit manchmal nur vier Schülerinnen und Schülern“. Das geschehe nicht, um Entwicklungshilfe zu leisten, sondern um von Costa Rica zu lernen.

Das Konzept der Forschungsstelle haben die Wissenschaftlerinnen Martina Blasberg-Kuhnke und Susanne Müller-Using wesentlich mitgestaltet. Nach ihren Angaben stehen demnächst unter anderem Dozentenbesuche und -austausche sowie die Ausschreibung einer interdisziplinären „Summer School“ auf dem Programm. Sechs Fachbereiche sind bisher an der Forschungsstelle Costa Rica Zentrum beteiligt.

Rektor Henning Jensen von der Universidad de Costa Rica verspricht sich von dem Austausch in Forschung und Wissenschaft auch eine wirtschaftliche Stärkung seines Landes, nachdem der Microchip-Hersteller Intel die Schließung seiner Fabrik in Costa Rica beschlossen hat. Intel habe zwar technologisches Know-How mitgebracht, doch müsse die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen in dem mittelamerikanischen Staat gestärkt werden, sagte er. Mit den Elfmetern gegen die Griechen hat Costa Rica bei der Fußball-WM bisher zehn Tore erzielt. Doch es seien weitere Treffer nötig, „gegen Armut, für Forschung und für Bildung“, erklärte Botschafter Chaverri-Sievert.


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