Was bleibt von Projektwoche „24/7“? Leitung der Osnabrücker Kunsthalle zieht Bilanz

Von Dr. Stefan Lüddemann


Osnabrück. „24/7“ wird es so nie wieder geben. Aber die Projektwoche, die am 6. Juni endete, liefert Anregungen für das Programm der Kunsthalle. Das sagte Kunsthallen-Leiterin Julia Draganovic.

Das betonen im Gespräch jedenfalls Kunsthallen-Leiterin Julia Draganovic und Kuratorin Christel Schulte. „Wir wollen auf der Energiewelle weiterreiten, die uns das Projekt gebracht hat“, sagte Draganovic. Unter dem Motto „24/7“ war die Kunsthalle Osnabrück eine Woche lang rund um die Uhr für die Projekte der Besucherinnen und Besucher offen gewesen. In dieser Zeit waren vielfältige Kunstwerke präsentiert, Performances aufgeführt oder Konzerte und Lesungen gegeben worden. Ein Höhepunkt der Woche war auch die vom Medienhaus NOZ präsentierte Experten-Diskussion unter dem Titel „Wer ist der Autor der Kunst?“ am Donnerstag, 5. Juni, gewesen.

Worum ging es in der Diskussion „Wer ist der Autor der Kunst?“. Hier lesen Sie das Fazit.

Die rund 10000 Holzklötzchen, die Menschen aus Osnabrück zu einer riesigen Zeit-Skulptur aufgeschichtet hatten, sind jetzt jedenfalls in mehrere Umzugskartons verpackt. „Wir werden die Klötzchen für Aktionen wieder verwenden. Wir verraten aber noch nicht, wie das passieren wird“, sagten Draganovic und Schulte zu dem Material der beim Publikum begeistert aufgenommenen Kunstaktion. Die „24/7“-Woche hat ihren Zweck in jeder Weise erfüllt. „Wir wollten das Haus öffnen. Das ist uns gelungen“, sagte Julia Draganovic.

Was passierte während der Woche „24/7“ in der Kunsthalle? Folgen Sie unserem Live-Ticker.

Die beiden Kuratorinnen haben sich auch vorgenommen, Künstler, die in der Projektwoche präsent waren, wieder einzuladen. Auch wenn sie Namen nicht verrieten, so machten sie doch deutlich, dass es ihnen die Arbeiten von Joshua Sassmannshausen und David Rauer sowie von Bernd Möller angetan haben. Die Kuratorinnen verweisen auch auf die oft spontanen Konzerte, die in der Kunsthalle stattgefunden haben. „Wir werden weiter die Möglichkeiten ausprobieren, in der Kunsthalle mit Klang zu arbeiten“, sagten die Kuratorinnen.

Wie kreativ war das Geschehen in der Kunsthalle? Hier kommen Sie noch einmal ganz nah an das Geschehen - mit unserem Feature.

Und wie haben Draganovic und Schulte die Aktionswoche überstanden? „Die zweite Nacht war chaotisch, die dritte Nacht angenehm ruhig, mit Musik und Gedichten um zwei Uhr“, blickte Julia Draganovic auf durchwachte Nächte zurück. Nur in der zweiten Nacht habe sie sich mit lärmenden Kunsthallen-Besuchern auseinandersetzen müssen, sagte die Kuratorin. Ansonsten sei alles ruhig verlaufen. Enttäuscht hätten sie nur manche Künstler, die ihre Arbeiten nicht hätten zeigen wollen. Nach den Angaben geschah dies unter Hinweis auf das offene Programm. Hierarchien habe man aber bewusst aufheben wollen, so Draganovic.

Was hat die Projektwoche „24/7“ gebracht? Im Kommentar ziehen wir Bilanz.