Stadtteil-Kultur: Schölerberg Von Bürgern für Bürger

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Osnabrück. Nichts los? Auf dem Schölerberg finden sich bei genauerem Hinsehen eine Reihe kultureller Angebote. Es könnten aber mehr sein, finden die Bewohner.

Disziplin ist wichtig im Ballett. „Haargummi oder Schere“, sagt Gabriele Reimer. So drastisch meint es die Tanzpädagogin nicht wirklich. Es sei aber wichtig, dass die Haare beim Tanzen nicht ins Gesicht fielen, erklärt sie, während sie einer Ballettschülerin Rattenschwänzchen bindet.

Gut frisiert geht der Unterricht los. Haltung ist wichtig, egal ob es um Übungen an der Stange geht oder darum, elegant durch den Raum zu springen. „Nicht mit den Armen rudern“, weist Gabriele Reimer die Mädchen an.

Der Ballettunterricht ist ein Angebot, das der Förderverein für Schule und Kultur Schölerberg mit dem SC Schölerberg initiiert hat. Einmal in der Woche unterrichtet Reimer mehrere Gruppen. Die jüngsten Schülerinnen sind sechs, die älteste 28 Jahre.

Ballett ist nur ein Angebot des Vereins. In der Lukasgemeinde ist Evelin Schuchardt-Fritsche für Instrumentalunterricht zuständig. Dazu kommen Veranstaltungen für Erwachsene. „Wir sind in die Kunsthalle Bremen gefahren, ins Picasso-Museum in Münster und das Auswandererhaus in Bremerhaven“, zählt Vereinsvorsitzende Diana Gergenji beispielhaft auf.

Der Schölerberg ist mit fast 14000 Einwohnern zwar einer der bevölkerungsreichsten in Osnabrück. Viel los ist auf den ersten Blick aber nicht. Doch er ist vielfältig. Ein ruhiges Gebiet wie um den Zoo herum gehört genauso dazu wie das Gemeinschaftszentrum Ziegenbrink. Und ein Teil des Quartiers Rosenplatz.

Dort werden im September beim Fest „Lichter in den Höfen“ Gärten und Höfe zu Bühnen etwa für Kunstausstellungen und Fotoslideshows. Das Prinzip Kultur von Bürgern für Bürger gilt dabei besonders. Schließlich kann sich jeder bei „Lichter in den Höfen“ einbringen. Das ist auch beim quartierseigenen Fernsehsender so: Auf der Seite rosenplatz.tv demonstrieren Bewohner, wie sie den Rosenplatz erleben.

Musik gemacht wird in Luther- und Josephskirche. In ersterer treten Gospelchöre auf. Aber auch Bands wie Subway to Sally waren schon da. In der katholischen Josephskirche ist Regionalkantor Godehard Nadler aktiv, der den Chor St. Joseph und den Kinderchor Die Ohrwürmer leitet. Ebenfalls dem Rosenplatzquartier zugeordnet ist das Projekt „Bildung und soziale Beschäftigung für das Rosenplatzquartier“ (BiBeR) der Arbeitslosenselbsthilfe in der ehemaligen Teutoburger Schule. Dank BiBeR konnte eine rund 1000 Titel umfassende Bibliothek aufgebaut werden. Erreicht werden sollen mit dem kostenlosen Angebot sozial benachteiligte Familien. Nutzen kann es jeder.

Die kulturelle Vielfalt des Schölerbergs zeigt sich alle zwei Jahre beim Stadtteilfest. Da treten etwa eine portugiesische Tanzgruppe und die Ballettschülerinnen von Gabriele Reimer auf. Organisiert wird das Fest vom Runden Tisch Schölerberg/Fledder. Der hat überhaupt dafür gesorgt, dass es mehr Angebote für Kinder und Jugendliche gibt. „Es könnte aber noch mehr sein“, sagt Monika Budke, Vorsitzende des Runden Tisches.

Verstärkung sucht der Förderverein für Schule und Kultur. Interessenten melden sich unter fvschulekultur@osnanet.de.


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